Autor: Martha Eisschiel

  • Pflanzen in der Kunst

    Als wir sesshaft wurden, Felder bestellten, Grenzen zogen, Mauern errichteten, im Rythmus der Jahreszeiten die gleichen Arbeiten repetierten, begannen wir auch Alltagsgegenstände mit Mustern zu verschönern.

    Pflanzen eigneten sich besonders gut als Vorlagen. Wir woben Blumengirlanden in Kleidungsstücke ein, bemalten oder schnitzten Bordüren in Holzbalken, -türen und -wände. Nicht nur Bäuerinnen, Städterinnen und Edelleute oder Klerus auch Maler*innen, bzw. die Kunst befasste sich früh mit Pflanzen und deren Darstellung in absoluter Schönheit. Im Mittelalter wurden die bis dahin bekannten Blumen mit Symbolik behaftet. Sie stellten bildlich etwas dar, was oft nicht auszusprechen war.

    Das Abbilden des Pflanzlichen Formenreichtums setzt sich über die Jahrhunderte fort. Lässt die Welt mal über die Massen verrückt spielen mit dem Tulpenzwiebel-Fieber im 16. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen Stillleben flämischer und niederländischer Malerei in der Pflanzen eine vorrangige Position übernahmen.

    Viele Pflanzen-Entdeckungen der neuen Welt erreichen Europa in den nächsten dreihundert Jahren und finden in Gärten, auf Feldern und in Klöstern und Häusern einen Platz. Oft helfen sie mit, die europäische Bevölkerung besser zu ernähren.

    Claude Monet, Meister des Impressionismus, dessen Anliegen in seiner Malerei die Schönheit und Atmosphäre war, in dem er versuchte Pflanzen zu durchdringen um sie so zu erfahren.
    Vor der Erfindung der Fotografie, wird gezeichnet und gemalt. Oft auch als Möglichkeit eine wissenschaftliche Einordnung vorzunehmen.

    Und in der Moderne widmet sich Georgia O’Keefe durch ihre grossen und nah an den Blüten gemalten Blumenbilder dem Symbolismus und der Sexualität.

    In den 1970er Jahren mündet das Bewusstsein für Umweltschutz in Aktivismus. Joseph Beuys, lässt ab 1982, 7000 Eichen pflanzen, um der Verstädterung eine künstlerische und ökologische Intervention entgegenzusetzen.

    Die Kunst nimmt sich diesen Themen mehr und mehr an. Von einem Ausstellungsbesuch in Weil a. Rhein ausgehend, werfe ich einen Blick auf Arbeiten mir bekannter Künstler*innen, die sich mit Pflanzen und unseren Umgang damit, auseinandersetzen und gebe nachfolgend eine Liste mit Links auf Webseiten und Plattformen als Ergänzung an.

    Umfassende Präsentation verschiedener Konzepte, Ausstellungskatalog ‚Garden Futures‘ Designing with Nature, ISBN-Nummer 978-3-945852-52-1 Zitate aus dem Katalog, «Der Garten ist die kleinste Parzelle der Welt», «Kann denn Kunst Natur sein…..?»

    Gärten und Plattform:
    Dan Pearson/Midori Shintani schufen bzw. kreierten den Liao Garten in Zeng Guogu (China)
    Jenny Holzer, der schwarze Garten
    kunst-als-wissenschaft.de, Botanik in der Kunst
    Künstlerinnen die mit Pflanzen, Landschaft oder Landwirtschaft im weiteren Sinne arbeiten:
    Alexandra Daisy Ginsberg, Sascha Pohlflepp, pollinator.art, Wegbereiter für Bestäuber
    Lucille Viaud, ‚Glas aus dem Meer‘, hat Atelier in der Bretagne und fügt dem Glas Materialien zu
    Celine Baumann, Parlament der Pflanzen
    Teresa Chen
    Axel Hütte
    Henrik Spohler
    Makoto Azuma
    Wolfang Laib, Forschung und Zelebrieren von Farbe, Form und Struktur
    Herman de Vries
    Nicolas Floch

  • Am Gartenzaun in Sent

    In der Hitze dieses Juni ein Kursbesuch in der Schreibschule Sent mitten im Dorf. Angelika Overath und Manfred Koch haben uns (einer kleinen Gruppe von Lyrik-Interessierten) durch verschiedene Übungen im Gedichte schreiben und lesen die Atmosphäre des ’sich auf sich selbst einlassen‘ intensiv spüren lassen. Ich habe viel mitgenommen und ich glaube alle anderen empfanden das auch so. Beim nachmittäglichen Spaziergang durchs Dorf sprangen mir die Gärten und Zäune vor den Häusern ins Auge. Ich habe fotografiert um auch in diesem Beitrag den Bezug zu Pflanzen einzubetten.

    Folgend mein Gedicht zu Angelikas Garten um den Kreis wieder zu schliessen.
    Wer sich fürs Schreiben in Sent interessiert folgt diesem Link auf die Website von Angelika und Manfred.


    Angelikas Garten

    Blühender Holder
    über der Steinmauer
    ein Stück wilder Garten
    Pflanzenreigen
    – Näherkommen

    Blaue Regentonne
    flankiert
    von zwei Malven 
    kurz vor dem Blütenbersten
    – eintreten

    Pflaumenbaum
    will doch nicht sterben
    neigt sich beladen
    über die Mitte
    – fühlen

    Kleine gelbe Räder
    im Abendleuchten
    Kräuterduft
    zwischen Fingern
    – annehmen

    Ausgeschossener Ruccola
    reich an Samenhülsen
    eingewoben in Beeren
    und Sommerflor
    – zulassen

    Martha Eisschiel, Sent, Juni 2026

  • Flachs neu entdeckt

    Seit ein paar Jahren wird die Pflanze wieder kommerziell angebaut.

    Im Anbau liefert die Pflanze auf einer Hektare 500 Kg Garn. Sie benötigt wenig Dünger oder Herbizide und muss auch nicht extra bewässert werden. Sie wird maschinell ausgezogen und einige Tage auf dem Feld zum Trocknen abgelegt. Nach der sogenannten «Röste», wird der Flachs zu Rundballen gepresst und in die Garnproduktion transportiert.

    Die Textilbranche kann von dieser regionalen Naturfaser nur profitieren. Zusätzlich sind die Leinsamen ein beliebtes Nahrungsmittel.

    Die Recherche stimmt zuversichtlich, obwohl Flachsanbau lange vergessen, eine grosse Portion Idealismus benötigt.

    Wer das Thema Flachsanbau in der Schweiz und dessen Produkte-Verkauf vertiefen möchte findet über die folgenden Links ausführlichere Informationen.

    swissflax.ch

    agripedia.ch

    lid.ch

    umweltblog.baden.ch

    ziehlein.ch

    tessanda.ch

    designpreis.ch

    the-sage.ch

     

     

    Mein Flachs auf dem Balkon

  • Hallo bei sterndolde,

    Hallo bei sterndolde,

    die site mit vielen Beiträgen und Bildern rund um Themen wie Gestaltung von Gärten, Balkonen und Terrassen, Gärtnerinnen-Porträts, Pflanzenporträts und Gartenbücher. Lass dich von meiner Liebe zu Pflanzen inspirieren und überraschen.

  • Frauen und ihre Gärten (Teil 5)

    Frauen und ihre Gärten (Teil 5)

    Frühling in der Stadt

    In dieser Jahreszeit produzieren Gärten die unglaublichsten Grüntöne. Überall wiegt sich das Blattwerk in verschiedenen Texturen. Die Blüten explodieren in den Farben Blau, Violett und Weiss.

    So auch in Christinas Kleingarten mitten in Zürich, den sie seit über zwanzig Jahren bepflanzt. Früher hat sie sich nur für die Gemüseproduktion interessiert. Blumen waren eher Nebensache. Geschenkte Pflanzen hat sie in den Randbeeten des Gartens eingepflanzt. Auf diese Weise wuchs das Layout ihres Gartens mit der Zeit. Stauden, Kräuter, Beeren und zweijährige Blumen umrahmen die Gemüsebeete auf drei Seiten. 
    Mittlerweile kennt sie die Bodenbeschaffenheit  in- und auswändig, weiss welche Gemüsesorten gedeihen und welche nicht. Trotzdem bringt jedes Jahr wieder neue Herausforderungen. 

    Christina gärtnert nach dem ‚Trachtensystem‘, der sogenannten Vier-Felder-Wirtschaft. Jährlich rotierend werden die Beete nach der Abfolge, Starkzehrer-Mittelzehrer-Schwachzehrer-Gründüngung vorbereitet und bepflanzt.
    In das Beet, auf dem der wunderschön rote Inkarnatklee blüht, werden nach dessen Abraum Starkzehrer wie Peperoni, Federkohl und Palmkohl eingesetzt. Und weil Christina Beeren liebt, kommen Andenbeeren dazu.
    Manchmal werden auch Mischbeete angelegt. Wie zum Beispiel das Beet mit den Puffbohnen. Die Pflanze erzeugt kleine Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln, die reichlich Stickstoff enthalten. Dieser verhilft den Starkzehrern Rotkabis, Gurke oder Rande zu besserem Wachstum.

    Diesen frühen Frühling (bereits im März) hat die Gärtnerin ein Beet mit frühen Knackerbsen ausgesät. Trotz Abdeckung und zweimaliger Aussaat ist kein einziges Pflänzchen gewachsen. Fehlschläge gehören beim Gärtnern dazu. Freudige Überraschungen gleichen das wieder aus.
    Knoblauch pflanzt sie immer wieder an, weil die Gewürzpflanze bestens in ihrem Garten gedeiht, noch nie Probleme gemacht hat und in ihrer Küche gerne verwendet wird.

    Christina ist Teil der Setzlingsgruppe des Gartenkollektivs ‚Grünhölzli‘ und zieht dort auch ihre Setzlinge an. Das grosse Gewächshaus sei einfach toll für die Pflanzenanzucht. Das aufwändige zuhause Tomaten- und Zucchetti-Setzlinge vorziehen somit definitiv Vergangenheit.

    Generell bemerkt die Gärtnerin schon Veränderungen. Zum Beispiel fressen Schnecken plötzlich Pflanzen an, welche früher verschont blieben oder sogar als Schnecken resistent galten.

    «Ich ‚chrampfe‘ gerne im Garten, das gibt mir ein tolles Gefühl.»

    In der Mitte des Gartens liegen die beiden mit standortgerechten Wildstauden angelegten Beete. Ihr Mittelpunkt, der Baumstumpf einer alten Zwetschge. Als praktische Abschlussarbeit von Christinas Weiterbildung ‚Fachperson Biogarten‘ enthalten sie die passenden Pflanzen.
    Das untere Beet: Wilde Karde, Schafgarbe, Echte Betonie, Wiesen-Flockenblume
    Das obere Beet: Odermenning, blühender Beinwell, Feldwitwenblume, Grosser Wiesenknopf
    Als Gestaltungselement und gleichzeitig als Beettrennung fungieren die geflochtenen Weidezäunchen.

    Im Garten blüht eine neue, etwa dreijährige Brombeere ohne Stacheln. Sie wuchert nicht und dieses Jahr trägt sie üppig Blüten, was viele Früchte verspricht. Auf der anderen Seite steht eine Wildrose, die der ‚Rosa canina‘ ähnelt. Daneben hat Christina eine Wildbieneninsel mit Sand und Holzstücken ausgelegt. Bis jetzt haben sich kaum Insekten eingenistet. Wahrscheinlich sei es zu feucht, meint die Gärtnerin.  Daneben sitzt der ebenfalls trockene Standorte bevorzugende Natterkopf, der sich nichts desto trotz die letzten Jahre etablieren konnte.


    Campanula rapunculoides

    Die Acker-Glockenblume, die absolute Lieblingspflanze von Christina. Ihre Blüten schauen alle in die gleiche Richtung und sie blüht im Juni bis September. Dieses Jahr macht sie zum ersten Mal Ausläufer, vermehrt sich. Bis die Pflanze ca. 15 cm Höhe erreicht, wird sie mit einem Kragen vor Schneckenfrass geschützt. Das Wildstaudenbeet hat den für diese Glockenblumen Art benötigten Boden. Eine besondere Eigenart: Wildbienenarten machen in den Blütenglocken ab und an ein ‚Nickerchen‘.
    (FOTO: CH. RAMSAUER)

    An der Abgrenzung zur Wiese, stehen die vor etwa vier Jahren gepflanzten  Johannis- und Himbeeren, denen der neue Nachbar, ein sehr hoch gewachsener Beinwell offensichtlich gut tut. Auf der Wiese wachsen Weiden, die von Christina regelmässig gekürzt werden. Die gewonnenen Weidenstecken stützen bald Stangenbohnen und Sonnenblumen im Garten. Das noch nicht zugeschnittene Chinaschilf wird später auf den Wegen zwischen den Beeten ausgelegt. Wirkt hübsch und verhindert ein verschlammen der erdigen Wege.

    Bei der heute 26-jährigen Rosmarinstaude, welche Christina zu Beginn ihrer Gartenzeit eingepflanzt hat und die, damit sie aufrecht weiterwächst, regelmässig geschnitten wird, endet der kleine Rundgang in ihrem Garten.

  • Ein gartenstilles Jahr

    Ein gartenstilles Jahr

    Das Wetter und ein unerwarteter Hexenschuss im Frühling verhinderten ein richtiges Durchstarten im Garten. Die Aussaaten wollten nicht so richtig in die Gänge kommen und manchmal wuchs mir die Gartenarbeit über den Kopf.
    Jedoch die wöchentliche BBC Two-Sendung ‚Gardeners World‘ habe ich selten verpasst.
    Die Palette der Beiträge stimmt mich zuversichtlich und macht mich glücklich. All den Moderatorinnen in diverse Gärten zu folgen, viel über Gestaltungskonzepte, Pflanzen und neuste Erkenntnisse der Wissenschaft zu erfahren, stellt schon beinahe ein Privileg dar. Für die nächste Gartensaison habe ich dadurch schon viele neue Ideen.
    Der Winter kann kommen und der Garten seine Ruhepause machen.

  • Sofagärtnerin

    Wer gerne liest und im Netz nach Büchern sucht, ist hier genau richtig. Die Sofagärtnerin stellt Gartenbücher vor. Viel Freude beim virtuellen Stöbern.

  • Wolle – ein Winterthema

    Wolle – ein Winterthema

    Diese tierische Faser gehört weltumspannend zu den am meisten verarbeiteten Fasern in kalten Regionen.

    Die zeitgenössische Handhabe der Verarbeitung von Schaf-, Alpaka- oder Yak-Wolle interessiert. Vor allem in Europa kümmern sich nicht nur junge Menschen um neue Arten von Produktion und Vertrieb. Das reicht von Österreich bis Island. Weber*innen und Stricker*innen kreieren neue Designs oder halten alte Traditionen hoch. Trotzdem ist auch hier Vorsicht geboten. Die folgenden fünf Produktionsfirmen stehen für faire Bedingungen bei Mensch und Tier….

    Was wollsein unter Firmenphilosophie versteht und auch danach handelt: «Wollsein schafft eine neue, rückverfolgbare Textil-produktionskette für Schweizer Schafwolle. Dabei fördern und fordern wir, wenn immer möglich, den Produktionsstandort Schweiz. Wir beleben nicht nur die schweizerischer Wollindustrie, sondern kümmern uns um die optimale Wollverarbeitung ausgewählter Schafrassen.»

    In einer Manufaktur im Thurgau produziert erfolg neue Strickwaren. Hauptsächlich Pullover.

    Eine Liebeserklärung an die Natur und an das Ötztal. Hier produzieren Manuela und Joachim Regensburger aus roher Schafschurwolle umliegender Bauernhöfe handgesponnene Garne sowie handgewebte Teppiche, Sitzauflagen und noch einiges mehr.

    Die Vereinigung isländischer Stricker*innen versucht mit ihren traditionellen isländischen Pullis die im Ausland (z. B. China) aus isländischer Wolle hergestellten und nach Island reimportierten Waren, wieder zu verdrängen.

    Eine Firma im Tibet, gegründet von einer Amerikanerin, verarbeitet Yak-Wolle. Während des Spinnens wird leise das Mantra des Mitgefühls eingewoben. norlha.com

  • Grüner Gärtnern mit weniger Plastik

    Grüner Gärtnern mit weniger Plastik

    Das wilde Leben einladen — denn das Wort Abfall gibts nicht mehr.  Ein Zitat das ich mal irgendwo aufgeschnappt habe. Es gefällt mir sehr. Mit etwas Einfallsreichtum kann beim Gärtnern viel dafür getan werden. Und mehr Biodiversität, Ressourcenschonung und Wiederverwertung natürlicher Materialien wird rasch zur Gewohnheit.


    Die folgende Liste lässt sich ergänzen. Für weitere Vorschläge über das Formular bin ich offen.



    Allgemeines



    • An brütende Vögel denken, je nach Grösse des Gartens Nistkästen, Futterplätze und Futtertröge einrichten

    • Teiche einplanen, bzw. Wasserstellen

    • Einfache Handwerkzeuge verwenden, Elektrogeräte vermeiden.

    • Mehr Recycling einführen: Zum Beispiel Rankstützen aus Holz als Haufen für kleinere Tiere wie Igel und Blindschleichen aufschichten. Darauf können auch Äste des Rosen- und Brombeerschnitts sowie der Schnitt anderer verholzter Sträucher und Stauden gelegt werden. Garten-Deko aus Naturmaterialien selber herstellen oder kaufen.

    • Erdsäcke umdrehen, mit Laub füllen, ein paar Löcher einstechen und im Garten an einen passenden Ort ablegen. Nach ca. einem halben Jahr aufbewahren sollte das Laub verrottet sein und kann als Humus ausgebracht werden.

    • Wenn möglich auch zuhause kompostieren, Humofix ein Pulverextrakt aus diversen Pflanzen von Benediktinerinnen der Abtei Fulda zubereitet, hilft sehr dabei. Behälter und Zubehör zum Beispiel bei waschbaer.ch erhältlich.

    • Jauchen und Brühen zum Düngen und als Pflanzenschutz einsetzen. Sogar Wildkräuter helfen auf diese Weise anderen Pflanzen zu wachsen.

    • Bereits beim Samenkauf auf saisonale Wahl achten. Um das Risiko eingeführter Krankheiten und invasiver Pflanzen zu minimieren, online Bio-Samen bestellen. Mehr dazu…

    • Wo immer möglich (Wild)Blumenwiesen aussäen. Für PicNics Patches ausmäen.

    Plastikverbrauch gezielt eindämmen

    • Schon vorhandenen Plastik solange wie möglich nutzen. Zinkgefässe sind sehr schwer. Wer es leichter mag oder den Rücken schonen muss, verwendet mindestens Hartplastik-Giesskannen. Sind Geräte am zerbröseln, nicht mehr verwenden
    • Wellkarton anstelle Kunststoffmembranen verwenden um Flächen von Unkraut zu befreien
    • Handwerkzeuge mit Holzgriffen verwenden und kaufen. Brockenhäuser haben immer welche auf Lager
    • Papiertöpfchen für Samen aus alten Zeitungen herstellen. Stöpsel dazu auf waschbaer.ch zu kaufen oder wie im Beitrag den guten alten Eierkarton einsetzen. WC-Papierrollen können ebenfalls als Samentöpfchen fungieren. Sie sind am besten für grosse Samen wie Bohnen geeignet
    • Langlebige und immer wieder verwendbare Aussaatschalen aus Gummi anschaffen
    • Holzsaatschalen selber bauen aus Palletten und Früchtekisten. Damit können auch Hochbeete gebaut werden. Anleitungen gibts auf Pinterest und Instagram
    • Beim Kauf von allerlei Pflanzen in Gartencentern und Gärtnereien darauf achten, dass die Pflanzen in kompostierbaren Töpfchen verkauft werden. Wenn alles nur aus Plastik ist, zumindest das Verkaufspersonal darauf ansprechen
    • Beim Kauf von Bäumen, Büschen und Stauden auf Nacktwurzler umsteigen, um grosse Plastiktöpfe gar nicht erst mitgeliefert zu bekommen
    • Für den Winter ein Gemüse-Abo in deiner Gegend abschliessen, wie zum Beispiel in Zürich bei ortoloco.ch usw. Das Gemüse wird meines Wissens nicht in Plastikfolie verpackt, geliefert.

  • Frauen und ihre Gärten (Teil 4)

    Frauen und ihre Gärten (Teil 4)

    Ein neuer Garten am Bodensee

    An einem leicht bedeckten Tag im Juni, fahre ich in die Ostschweiz um Claudias Garten zu porträtieren. Ideal um zu fotografieren, die Farben wirken ohne direkte Sonneneinstrahlung viel intensiver.
    Der 400m2 grosse Garten wurde vor zwei Jahren angelegt. Davor stand hier eine ausgebaute Holzbarracke, die früher mal eine riesige Druckmaschine beherbergte. Als Claudia und Kaspar die Gebäude erwerben konnten, eröffneten sie einen Kulturtreffpunkt in der Baracke, der lange Jahre das Kulturleben der Region bereicherte.
    Das Haus nebenan in dem die damals 6-köpfige Familie wohnte, hat das Paar verkauft um den neueren Teil im industriellen Stil aufstocken zu können. Das dabei entstandene Flachdach wurde zur Dachterrasse und bietet einen herrlichen Blick in den Garten und auf der anderen Seite über den See.
    Nach dem Umbau des Hauses, war die Gestaltung des Gartens dran. Ein Gärtner baute die ‚Hardware’. Das heisst: die breitseitige durchgehende Terrasse mit Holz-Deck und den drei Stufen, den Eingangsbereich mit Gartentor seitlich mit Stein-Platten eingerahmt und in Abständen auf dem Boden ausgelegt. Zudem lieferte er eine ca. 20cm dicke Humusschicht, welche Claudia für die Bepflanzung einarbeiten konnte. Und als letztes den Jura Kies. Ausgewählt, weil er mit dem Jura Putz des Hauses korrespondiert und seine helle Farbe an südliche Gärten erinnert.
    Claudia hat den Garten selbst entworfen und umgesetzt. Die Bepflanzung kam eher zufällig zustande. Sie kaufte in umliegenden Gärtnereien und Gartencenter, was gerade erhältlich war. Sie hat Bestehendes mit neuen Pflanzen arrangiert, manchmal versetzt in anderen Kombinationen wieder eingepflanzt. Tendenziell mussten trockenresistente Pflanzen her. Solche, die dem sandigen Boden und der eher dünnen Humusschicht Rechnung tragen.
    Claudia bevorzugt einen Mediterranen Stil. Verschiedene Gräser wie das Fadengras oder Steppenpflanzen wie Verbena bonariensis und Perovskia atriplicifolia bilden kleine Gruppen, die sich perfekt ins Gesamtbild einfügen. Natürlich ist die neue Bepflanzung des Gartens noch nicht in sich verwachsen, das wird noch zwei, drei Jahre dauern. Das Gerüst jedoch ist angelegt und die Zeit wird das ihre dazutun.

    «Früher habe ich mich im Garten verausgabt, heute kann ich geniessen und beobachen, was darin alles vor sich geht.»

    Vom ebenerdigen Holzdeck aus, sieht man links der Länge nach ein etwa zwei Meter breites Staudenbeet, welches den Garten zum Nachbargrundstück abgrenzt. Dieses Beet bestand bereits im alten Garten und wurde passend im neuen Stil mit Gräsern aufgefrischt. In der Wartungsgrube der weiter oben erwähnten Druckmaschine befindet sich heute ein klassischer Goldfischteich mit Seerosen. Dieser Teil des Gartens ist bis zum Schattenplatz ausbetoniert um den Teich zu stützen und die Bereiche Sitzplätze, Grillieren vom Kiesgarten abzutrennen.
    Den Jura Kies hat Claudia in kleinen Rundwegen durch die Bepflanzung ausgebracht. Diese Wege führen in geschwungenen Linien in den hinteren Teil des Gartens, der als Ruheplatz im Schatten genutzt wird. An heissen Tagen ziehen sich auch Hund und Katz dort hin zurück. Unter den Bäumen lässts sich angenehm Vögel und Insekten beobachten, lesen oder einfach nur den Moment geniessen. Die Bäume sind nach gewissen Kriterien ausgewählt. Der Feigenbaum wegen einer reichen Ernte, der Judasbaum wegen seiner tollen Blüte und der Lebkuchenbaum wegen seines wohlriechenden Laubes im Herbst. Dazu gesellt sich etwas weiter weg ein Blauglockenbaum, mit wunderschönen Frühlingsblüten. Ausserdem wachsen einige Weiden und ein Olivenbäumchen.
    Überall stehen Töpfe, mitgebracht aus Ferien in südlichen Ländern. Manche sind bepflanzt, manche nicht. Auch der Jasmin, Claudias Lieblingspflanze schmiegt sich als Topfpflanze vertikal an die Frontwand (siehe Box).
    Nach vielen Jahren als Familienfrau und Kulturschaffende ist der Garten ein Ort an dem Zeit und Müssiggang an erster Stelle stehen. Obwohl – ein neues Projekt könnte schon bald wieder um die Ecke blinzeln…

    Winterjasmin

    DER WINTERHARTE JASMIN

    Dieser Strauch auch Pfeifenstrauch oder Bauernjasmin genannt ist eigentlich kein echter Jasmin. Seine lateinische Bezeichnung ist Philadelphus coronarius. Seine Verbreitung erstreckt sich über ganz Europa. Er duftet im Frühling vor allem abends sehr intensiv. Und genau deshalb hat ihn die Gartenbesitzerin auch als Lieblingspflanze auserkoren.