Ein Sehnsuchtsort, der westlichste Zipfel Englands. Kurz nach dem Millenium besuchte ich diese Gegend schon einmal, diese schöne Grafschaft auf den Britischen Inseln. Das Klima in Cornwall, begünstigt durch den Golfstrom, bietet Frühling, Sommer und Herbst angenehme Temperaturen. Diese sinkt auch im Winter kaum unter die Nullgrad-Grenze. Rauhe, felsige Küstenstriche wechseln sich ab mit kleinen Buchten und langen Stränden, deren Meerwasser saphirblau in der Sonne funkelt. Dahinter liegt meist eine saftiggrüne Hügellandschaft. Und immer wieder begegnet man steinernen Monumenten auf keltischen Ritualplätzen oder Ruinen aus der noch älteren Steinzeit, wie der mysteriöse ‚Fogou‘ auf dem Grundstück unserer Gastgeber. Die Römer kamen im 1. Jahrhundert n. Ch. und blieben dreihundert Jahre lang. Auch die Normannen fielen hier ein. Ihre Herrschaft begann 1072. Unter Edward dem Dritten erhielt Cornwall den Titel einer Grafschaft mit Sonderstatus. Cornwall blieb auch im Mittelalter keltisch. Die Neuzeit, geprägt durch den Niedergang der Fischerei und des Bergbaus, hauptsächlich weil die Minen der Zinngewinnung erschöpft waren, erlebt heute einen sanften wirtschaftlichen Aufschwung durch Landwirtschaft und Tourismus. Ende des 19. Jahrhunderts, wegen der günstigen Lage Cornwalls, wurde hier auch das erste Seekabel zur Transatlantikverbindung gelegt.
Meine kleine Reise führt mich diesmal nach Lamorna, mir bekannt durch den Roman ‚Summer in February‘ von Jonathan Smith über die illustre Künstlerszene der späten 1890er bis in die 1920er Jahre. Aber auch wegen seines Küstenweges, der viele Wanderbegeisterte anzieht. Ich kann es gut verstehen, dass man hier malen, die Stimmungen von Meer und Küste dieser unglaublich schönen Landschaft einfangen will. Meine englische Freundin mietet ein Cottage für uns. Wir erkunden die Gegend und machen von hier aus einige Ausflüge. Zum Beispiel in die Tremenheere Sculpture Gardens, nach Newlyn und Penzance, nach St. Yves und wir wandern einige Abschnitte der Küste entlang. Wir kommen in den Genuss einer Führung von Robert durch Lamorna und naher Umgebung. Er weiss allerlei Anekdoten lebender und toter Künstlerinnen, die hier arbeiten oder gearbeitet haben. Im berühmten Pub ‚Wink‘ in Lamorna, trifft man Robert öfters an und erfährt wann er seine nächste Artist-Tour startet. Im privaten Garten der Moules mit Namen ‚Chygurno‘ verbringe ich einen angenehmen Nachmittag. Die Bepflanzung inspiriert mich. Vielleicht kann ich etwas davon zu Hause in meinem Gärtchen umsetzen. Von Cornwall allgemein und Lamorna im Besonderen bin ich einfach bezaubert. Die folgenden Fotos sprechen für sich.
Ein goldener Herbst bisher und im Garten gibts immer noch einiges zu tun. Gestern haben wir im Garten gemeinsam aufgeräumt. Zudem haben wir vieles vom abgeräumten Material, wie abgestorbene Äste und Laub an verschiedenen Plätzen im Gartenareal liegen gelassen. Wer mehr darüber wissen will, wie wir wieder mehr Leben in den Garten bekommen, z. B. durch Hecken checkt den Link unten. Ich warte bis November um mein «Sitzplätzli» zu bauen. Zwar habe ich schon ein paar neue Platten gekauft, trotzdem möchte ich auch Steine, Kies und Bodendecker-Pflanzen einbauen. Dazu inspirierte mich Margot Gählers Webseite Natur im Garten, die wirklich sehr eindrücklich mit vielen Fotos von Tieren im Garten bestückt ist und mir zeigt, wie ich der Natur in meinem kleinen Reich Rechnung tragen kann. Falls uns der November nochmal ein paar Tage Sonnenschein und Wärme beschert, lohnt sich ein Wander-Ausflug in den Nationalpark. Unbedingt die Begehbarkeit der Wanderwege vorher checken!
Dieses Jahr präsentiert sterndolde ein leichte Sommerbrise mit Focus auf die Berge. Mit engagierten Anbieterinnen, die Produke mit Sorgfalt und Liebe herstellen. Oder eben solche auswählen um unter einem Dach, Handwerk und Design vereint, zu verkaufen. Mit einem Walliser Ort, der sich durch eine wahre Perle von Musikfestival einen Namen gemacht hat. Und mit einer Institution, die weltweit Bergregionen kulturell in einen Austausch bringt, um die Welt so auf sich aufmerksam zu machen.
Wilde 13
Bestes Wildfleisch in traditioneller Weise geräuchert. Nose to tail ist das Credo und die Würste schmecken hervorragend. www.wildedreizehn.com
Tiroler Edles
vereint ehrliches direktes Kunsthandwerk mit modernem Design aus dem Tiroler Gegend (Alpenregion). Einige der Macherinnen verbinden Tradition mit neuen Materialien oder gehen neue Wege basierend auf einem Handwerk. Der Hauptladen befindet sich in Innsbruck an der Seilergasse 13. Viele Produkte aus den kleinen Werkstätten und Manufakturen sind auch auf der Website zu kaufen oder in anderen Läden der Region. Eine Liste, wo es die Erzeugnisse zu kaufen gibt, ist auch auf www.tiroleredles.at zu finden.
Ernen
Im Juli bin ich zum ersten Mal in Ernen (Goms im Wallis) zu Besuch. Unter dem Namen ‚Musikdorf‘ findet jedes Jahr ein Festival mit klassischer Musik statt. Vorwiegend treten Nachwuchstalente auf, die auch Neues wagen. Ganz nahe das Binntal, bekannt auch durch die gut erhaltene Architektur der alten Walliser Holzhäuser, den Skulpturenweg und spezielle Gastronomie-Betriebe von ‚Besenbeiz‘ bis.
Sustainable Mountain Art
Hier in Ernen begegne ich auch zum ersten Mal SMART (Sustainable Mountain Art) an einer Vernissage eines jungen Fotokünstlers aus Ulan Bator in der Mongolei. Die Schweizer Kulturpartner der Institution sustainablemountainart.ch laden Künstler aus dem Süden und Osten der Welt ein, um einige Monate hier zu arbeiten, mit dem Fokus auf die Themen Klimawandel, Wasser Ressourcen, Biodiversität, Ernährungssicherheit und Migration.
Ziegenleder-Portemonnaie
Wie es geht, in der Schweiz ein Produkt aus Schweizer Leder herzustellen, zeigt uns Sven Rütti. Das ‚Feuil‘, wie er sagt, das kleinste Portemonnaie der Schweiz, wird unter anderen auch aus Ziegenleder gefertigt. Klug und nachhaltig, denn Kleintierfelle landen immer noch grösstenteils im Abfall. Zu finden unter www.feuil.ch
Wir warten ständig. Auf irgendetwas. Judith Stoletzky die Autorin des Buches ‚Yoga while you wait‘, hilft uns mit einfachen Asanas das Warten im Alltag zu verkürzen und uns selbst dazu noch etwas Gutes zu tun.
Treffend veranschaulicht und ergänzt durch Markus Abeles tollen Fotos vermitteln die kurzen Erklärungstexte wertvolle Informationen zu den Übungen und deren Bedeutung.
Philosophie kommt nicht zu kurz und mutet in den manchmal fast schon absurden Querbezügen zu unserem täglichen Tun, ungemein fröhlich an. Sei es nun in der Küche, auf der Strasse oder bei der Arbeit.
Einige Übungen mach ich fast täglich, wo’s dann grad passt und lache oft herzhaft über mich über den Moment und unser hektisches und oft ziel- und zügelloses Treiben.
Dieses Paket möchte ich mit einem wunderschönen Winter Haiku überbringen.
Obwohl doch Schnee liegt, Die Berge so purpurrot Im Abendlichte. Shiki (1867-1902)
Damit auch zu Hause eine gemütliche Stimmung aufkommt, sei es mit einem Kissen zum Schlafen oder weicher sitzen, diese Produkte überzeugen. www.wollhandwerk.ch Urner Filz aus heimischer Schafwolle.
Salome Lippuners Faszination für altes japanisches Lackhandwerk bringt aussergewöhnlich schöne Objekte hervor. Diese alte Tradition verbindet sie mit modernen Formen und tariert die Möglichkeiten immer wieder neu aus. www.urushi.ch
Die Handweberin, die Produkte erster Güte herstellt. Isabel Bürgin All ihre Kreationen werden in der Schweiz produziert und tragen witzige Namen wie ‚Zicke, Weichling oder Bastard‘. Für Teppiche und Decken verarbeitet sie mehrheitlich Schafwolle und Ziegenhaar.
Schon als Kind entdeckte Susanne das Gärtnern für sich im elterlichen Schrebergarten. Sie hatte ihr eigenes Beet, welches sie bepflanzen durfte, wie sie wollte.
Auf dem Balkon der allerersten eigenen Wohnung begann sie mit Pflanzen in Töpfen zu experimentieren. Bei jedem Umzug wurde der (Topf-)Garten grösser, sie probierte mehr und mehr aus. Susanne versuchte sich bald mit der Gemüseanzucht.
Heute auf ihrem ca. 100 m2 grossen Dachgarten nehmen im Sommer diverse Tomatensorten und Salate die Breitseite in Beschlag. Susanne sagt, sie wolle das Beste, was der Sommer an Frische zu bieten habe, täglich auf dem Tisch.
In den 1990er Jahren hat sie ihr Gartenreich mitten in der Stadt mit viel Geduld und Aufwand entstehen lassen. Die Pflanzfläche hat sich nach der Verbesserung des Bodens, der gerade mal 25cm tief ist, stetig vergrössert. Susanne hat verschiedene Ecken und Räume gestaltet. Ihre Vorliebe für ganz spezielle Pflanzen, die sie von (Garten-)Reisen meist in Form von Samen mitbringt, hat dazu beigetragen, dass ein exotisches Flair über die Terrasse weht.
Susanne findet, sie könne sich hier völlig ausleben, was das Gärtnern betreffe und wirklich, sie hat ihren Garten in eine kleine bunte Oase verwandelt.
«Im Garten sehe ich, was ich gearbeitet habe und es bringt mehr als schmutzige Hände, es erdet mich.»
Gaillardia
Delikate und exotische Pflanzen: Zum Beispiel eine rotviolette Gaillardia ursprünglich aus Nordamerika stammend oder die wohlduftende Tuberosa. In einer Ecke beim Sitzplatz steht die Abendpflanze Mondwinde (Calonyction album) in einem Topf. Die gedrehten Blüten öffnen sich bei Dämmerung in Sekundenschnelle und wirken wie offene weisse Fächer. Oder die Schokoladen-Kosmeen, die botanisch eigentlich gar keine Kosmeen sind, mit samtig rotbraunen Blütenblättern.
Die Gemüsebeete sind abgeerntet. Da kann sich schon mal die Frage stellen, wo und wie all die Karotten, Kohlköpfe, Rettiche und Selleries gelagert werden können. Am liebsten würde man den ganzen Winter über vom Vorrat zehren, denn nicht alles kann sofort verwertet und gegessen werden. Die wieder in Mode gekommene Konservierung des ‚Fermentierens‘ bietet eine Möglichkeit das Gemüse längere Zeit haltbar zu machen.
Zum Fermentieren eignen sich Kohl, Karotten, Radieschen, Randen, Bohnen, Paprika, Kürbis, Ingwer, Rettich, Einmachgurken, Sellerie und Spargel.
Was ist Fermentieren?
Wir kennen diesen biologischen Prozess schon seit Jahrhunderten. Das Bier wird so hergestellt. Gemüse wird meistens in Salzlake gelegt und so der Gärung ausgesetzt. Sauerkraut zum Beispiel gärt im eigenen Pflanzensaft. Während der Fermentation vermehren sich nützliche Bakterien und wandeln Zucker und Stärke der Gemüse in Milchsäure um. Diese saure Umgebung verhindert die Bildung ungesunder Keime, welche Lebensmittel verderben können. Im Winter sorgt fermentiertes Gemüse für die Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen und ganz nebenbei auch für eine gesunde Darmflora. Die Herstellung ist einfach. Mit etwas Geduld und sauberem Arbeiten gelingt’s und du kannst viele verschiedene Aromen geniessen. Auf www.wildefermente.de gibt’s tolle Tipps und diverse Rezepte. Oder lass dich von ‚Urgeschmack‚ informieren, wie man Sauerkraut selber herstellen kann und wie Fermentation überhaupt funktioniert.
holylama.co.uk – ein Familienunternehmen, welches nachhaltige Kosmetik in viel Handarbeit herstellt und 80% Frauen angestellt hat. Vor allem Frauen, die am Rande der indischen Gesellschaft leben, zum Beispiel weil sie Witwen sind. Über die englische Website kann eine Auswahl der Produkte online gekauft werden. Die deutsche Übersetzung lässt zu wünschen übrig. mottainai-shop.jp/ – Japanische Bewegung, die Verschwendung an Ressourcen einzudämmen versucht, nur japanisch, die englische Übersetzung fehlt.
Honig aus der Stadt – Wabe 3 Manufaktur, hier kannst du Patenschaften von Bienenstöcken übernehmen und ‚Honig ernten‘. Besuch den Honigkuchenladen in Zürich.
Bunte und erfrischend fröhliche Herbst- Winterkollektion – www.gudrunsjoeden.ch
Auch Humofix der Kompost-Aktivator und Blumenpfleger, aus der Abtei Fulda, kann jetzt Online bestellt werden.
Oder wie ich die Schönheit englischer Gärten kennenlernte.
1997 reiste ich zum ersten Mal auf die britischen Inseln. Von englischer Gartenkultur wusste ich nicht viel. Ich kannte die englische Garten-Sendung der BBC ‚Gardeners World‘. Und die war für mich Kult. Im wöchentlichen Ritual folgte ich den Moderatorinnen durch wundervolle Gärten streifend, die Pflanzenwelt erklärend und Gartenwissen weitergebend — für mich alles ganz neu. Sie zeigten mir welche Pflanzen zu diesem oder jenem Gartenthema passen oder wie Pflanzen miteinander in sogenannten ‚Drifts‘ kombiniert werden können um Emotionen zu erzeugen. Einen Garten in Räume zu unterteilen, mit Pflanzen Stimmungen zu kreieren, zog mich flugs hinein und bereitete mir ungeahnte Freude. Dieses Glück, beim Anblick eines gestalteten Stück Erde, wollte ich auch empfinden.
Die erste Gartenreise — Grosse Bekannte und eine kleine Trouvaille (1997)
Gegend: Südwestengland, Wiltshire, Sussex Gärten und Parks: Stonehenge, Stourhead, Heale House, Sissinghurst, Great Dixter, Pashley Manor, Stourton House and Gardens
Mit dem Mietwagen ging‘s im ungewohnten Linksverkehr vom Gatwick-Airport direkt nach Salisbury. Die kleine Stadt in der Grafschaft Wiltshire, empfing uns freundlich. In einem stilvollen, sehr englischen B&B deponierten meine Freundin und ich unsere Koffer. Da waren wir nun — bereit auf Gartentour zu gehen und neue Welten zu entdecken.
Salisbury, fotografiert von Malcolm Balmer
Zuallererst führte uns der Weg nach Stonehenge. Die Steinformation der Kelten umkreisen gehört einfach zum Pflichtprogramm. Und dann weiter in den Landschaftspark Stourhead, unter Kennerinnen das Vorbild eines englischen Landschaftsgartens und ebenfalls ‚ein Muss‘. Beim Spaziergang durch den Park und erreicht man einen erhöhten Punkt, den Tempel des Apollon, mit bezaubernder Aussicht auf die umliegende Landschaft. Der See mit seiner leicht gebogenen Brücke bildet den Mittelpunkt der Gestaltung. Dieser Landschaftspark, erschaffen Mitte des 18. Jahrhunderts, repräsentiert die damals völlig neue Sichtweise auf Mensch und Natur.
Stourhead im Frühling, fotografiert von Malcolm Balmer
Sonnenuhr in Heale House
Heale House — Dieser Garten, eine Trouvaille nahe Salisbury liegt am Fluss Avon. Beeindruckend ist der Tunnel Garten bestehend aus dicht hängenden Apfelspalieren. Eine Terrasse öffnet sich zum Fluss hin. Über eine kleine Nikko-Brücke erreicht man die japanische Szenerie angelegt in einem kleinen Waldstück, ergänzt mit japanischem Wassergarten und kleinem Teehaus.
Staudenbeet an einer Mauer
Sissinghurst, der unterdessen weltbekannte Garten, angelegt und gestaltet von Vita Sackville-West beeindruckt durch den virtuosen Umgang mit Strukturen, Farben und Formen der Pflanzen. Nach Vitas Tod 1962 übergab ihr Mann die Pflege und Verwaltung des Gartens der National Trust. Seit 1967 pflegt diese Institution mit einem Heer von Gärtnerinnen die verschiedenen Garten- und Farbräume. Vor allem Pflanzenkombinationen in Weiss, Rosa und Blautönen beherrschen die Szenerie.
Great Dixter, Topiari in Grasflächen
Great Dixter war das Erbe und Zuhause von Christoper Lloyd (gest. 2005), dem bekannten Autor herausragender Werke zur Gartenliteratur. Haus und Land sind seit 1910 in Besitz der Familie Lloyd. Ausser ein oder zwei Arkadengängen war damals ums Haus nicht viel vorhanden. Als Christopher Lloyd das Anwesen übernahm, entstand Great Dixter unter seiner Leitung, so wie wir den Garten heute kennen. Seit vielen Jahren sorgt Head Gardener Fergus Garrett für eine aussergewöhnliche Stimmung in den Beeten, immer noch dem ‚Spirit‘ Christopher Lloyds folgend. Die Gärten liegen rund ums Tudor-Haus (aus dem 15. Jahrhundert) und bezaubern nahezu alle Besucherinnen. Topiari, Mischungen von mehrjährigen Stauden und Wildpflanzen, wunderbare ‚Drifts‘ und Farbkombinationen Ton in Ton, spezielle Formzusammenstellungen sowie Lloyds Kreationen von Mixed Borders inspirieren. «Die Pflanzen helfen einander», pflegte er zu sagen. Als wir einen letzten Rundgang durch die Gartenräume machen, begegnen wir Mr Lloyd persönlich begleitet von seinen beiden Dackeln. Wir sehen einen gelassenen Gärtner durch seinen wunderbaren Garten schlendern.
Pashley Manor Ein grosser mehrfach ausgezeichneter Garten in East Sussex. Bekannt für die Blumenfülle im Frühling, den ‚Bluebell Walk‘ und den gepflanzten 20‘000 Tulpenzwiebeln. Ein alter Eichenbaumbestand, Teiche, Springbrunnen, Staudenbeete, ein Küchengarten und der ‚Rosewalk‘ gehören mit zum Programm bei einem Besuch dieses Gartens. Das Café im Haus mit Tudorfassade gefällt uns ausserordentlich.
Stourton House Flower Garden Wunderschöner Privatgarten mit schwungvoll geschnittenen Hecken und gemischten Blumenbeeten. Leider mittlerweile geschlossen.
Die zweite Gartenreise — Strände, Seemänner und ein Vogelreservat (1998)
Gegend: Norfolk, Suffolk Gärten: Naturlandschaften, Strände, ein Vogelreservat, Marsch- und Heideland
Diesmal sind wir mit Zug und Bus unterwegs. Wir kommen in London City Airport an und nehmen den Zug Richtung Norden ans Meer. Cromer — ein Küstenstädtchen, das seinen viktorianischen Pier erhalten hat. Im Sommer ist der Ort gut mit Feriengästen gefüllt. Das kleine aber feine Seemannsmuseum erinnert an die Hoch-Zeit des Fischfangs und an die weitherum bekannte Besatzung seiner Rettungsboote. Nach ein paar Tagen mit ausgedehnten Strandspaziergängen und scheuen Versuchen ins Meer zu steigen, (meine Freundin schafft es, ich hingegen nur bis zu den Kien), geht’s weiter südlich nach Suffolk in ein überaus einladendes BnB. Das ist der Ausgangspunkt für eine Velotour durchs Heideland und einer Wanderung zum Vogelreservat in der Nähe von Dunwich. Zurück in London besuchen wir das Museum of Garden History, in South Banks, zu erreichen auch per Bootsfahrt auf der Themse.
Strand an der Ostküste
Die dritte Gartenreise — Bezauberndes Cornwall (2001)
Gegend: Devon, Cornwall Gärten: Eden Project, Lost Gardens of Heligan, Lanhydrock House and Garden, Trebah Garden, Trelissick, Glendurgan nahe Falmouth, Antony House and Garden, Trengwainton, Trerice House and Garden
Das Eden Project — gerade neu eröffnet. Die Grösse der Anlage und die futuristische Form der Gewächshäuser beeindruckt uns sehr. Darin wird Besucherinnen die Flora aller fünf Kontinente der Erde mit Hilfe neuester Technologien näher gebracht.
National Trust Ursprünglich 1895 gegründet um schöne und historisch wertvolle Gebäude und Gärten zu erhalten. In den 1980er Jahren verlegte sich der Verein zunehmend darauf auch Strände und Landschaften zu schützen. National Trust restauriert und pflegt Scheunen, Burgen und Leuchttürme in ganz England. Die Organisation kümmert sich um 1’250 km Küstenstreifen und 247’000 Hektaren Landfläche. Dies ist nur durch Mitgliederbeiträge, Spenden und der grossen Schar an ehrenamtlichen Helferinnen den sogenannten Volunteers, zu bewältigen.
Lost Gardens of Heligan 1990 wiederentdeckt von Tim Smit and John Willis. Im selben Jahr begannen Aufräumarbeiten eines Teils der Gärten, obwohl nicht klar war, wie das Grundstück verwaltet werden sollte. Ab 1991 fanden Grossaufräumungen statt, an der sich verschiedene Vereine mit freiwilligen Helferinnen beteiligten. 1997 fertig restauriert, wurden die Gärten in neuem Glanz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dies alles mit Spenden, soweit ich weiss.
Lanhydrock — Ein beeindruckendes Landadel-Haus mit einer wunderbaren Atmosphäre. Die Küche beeindruckt mich besonders. Die Gärten sind unterteilt in einen Waldgarten des 19. Jahrhunderts mit Kamelien, Magnolien und Rhododendren, einem Staudenkreis, der vor allem im Herbst bis in den Winter blüht und ein Geometrischer Garten der in ein Parterre über geht, welches im Frühling und Sommer mit den Blumenrabatten die Besucherinnen erfreut.
Trebah Garden — Dieser Waldgarten gelegen in der Bucht des Helford Rivers, gegründet Mitte des 19. Jahrhunderts von Charles Fox, Gärtner und Pflanzenjäger, beheimatet Pflanzen aus Tibet, China, Neuseeland und Amerika. Eine Entdeckung exotischer Flora in einer ebenso spektakulären Landschaft.
Trelissick, ein Landschaftspark mit Rhododendren soll besonders im Frühling ein Farbenrausch sondergleichen sein. Auf der Rasenfläche in der Mitte steht eine chinesische Zeder. Spezieller Baumbestand.
Trelissick, Sicht auf die Bucht vom Park aus, fotografiert von Malcolm Balmer
Glendurgan — am Hang gelegener Garten im subtropisches Mikroklima mit raren und exotischen Sträuchern und Bäumen. Magnolien, Farne, Palmen, Kamelien, Azaleen sind kombiniert mit Wildpflanzen. Ein weiteres Highlight — das Heckenlabyrinth aus Lorbeerbüschen.
Antony House and Garden, das prächtige Haus interessiert uns und wir machen eine Führung.
Ein umauerter Barockgarten schliesst an das Haus an. Im Norden fällt der etwa 10 ha grosse Garten leicht zum Fluss ab. Wir sehen Baumgruppen in offenen Rasenflächen. Hier wird auch die National Collection von über 600 Tagliliensorten gepflegt.
Die barocke Gartenanlage, fotografiert von Malcolm Balmer
Trengwainton House and Garden, Die malerische Lage gewährt von der Terrasse aus einen Blick auf die Mounts Bay und The Lizard. Der Waldgarten entstand im 19. Jahrhundert. Besonders im Frühling versprühen Kamelien, Magnolien und Rhododendren in verschiedenen Farben ihren exotischen Reiz. Im ummauerten Küchengarten, angelegt in den 1920er Jahren, wird heute vorwiegend Gemüse und Obst gezogen.
Trerice House and Garden, ein sehr schönes Haus aus der elisabethanischen Zeit. Eine kleine, sehr hübsche Gartenanlage mit Blumenbeeten und Apfelarkaden umgibt das Haus.
Ein Ha-ha oder Aha grenzt das gestaltete Terrain vom Umland ab, hält vor allem Schafe und andere ungebetene Besucher fern. Der Garten wird durch die Grube von der Landschaft getrennt. Trotzdem verschmilzt vom Garten aus die Sicht mit der Weite der Landschaft und kann so als Gestaltungselement wirken, den Garten vergrössern. Die Idee des Ahas stammt vermutlich aus Frankreich und kam Ende des 17. Jahrhunderts nach England.
Die vierte Gartenreise — Grüne Hügel, Seen und blitzgescheite Hunde (2004)
Gegend: Cumbria, auch Lake District genannt Gärten: Levenshall, Tatton House and Garden, RHS Garten in Wisley, Standen House and Garden
Gowbarrow Cumbria, fotografiert von Malcolm Balmer
Die Gegend ist wild und sehr hügelig, ab und an geht’s mit dem Auto auf steilen Strassen über kleine Pässe. Unser B&B wird von einer Schafzüchter- und Farmersfamilie betrieben. Der Farmer trainiert Hunde mit denen er die verstreuten Schafherden wieder einfängt aber auch Wettbewerbe im Schafe treiben bestreitet. Wir machen eine Wanderung in die saftigen Hügel hinauf und besuchen das Dorf Beatrix Potters, der Kinderbuchautorin.
Formschnitt ganzer Hecken wird in England seit dem 17. Jahrhundert intensiv betrieben. Schon die Ägypter schnitten Pflanzen in Form, sowie die Römer ihren Zypressen eine schlankere Gestalt durch das Schneiden gaben. Der heutige Formschnitt (Topiari) begründet eine weitere Technik der Gartengestaltung. Auch hier geht es um Abgrenzung verschiedener Gartenräume oder Ebenen, um Ruhe und Bewegung. Riesige Durchgänge, ganze Pflanzenwände wuchsen so über die Jahre in manchen Gärten und Parks heran. Diverse Pflanzen, nicht nur der Buchsbaum, werden von den Engländern zu allerlei Formen geschnitten. Auch Eiben, Hainbuchen, Stechpalmen, Lorbeer und auch Liguster eignen sich für Topiari.
Levenshall, Landgut bei Kendal, ein wunderschöner Garten mit Topiari im Grossformat. Viele Eiben in teils bizarre Formen geschnitten (siehe grosses Beitragsbild). Angelegt wurde der Garten bereits Ende des 17. Jahrhunderts.
Tatton House and Garden, wunderschön gelegenes Herrenhaus mit Gärten in verschiedenen Stilen und angrenzendem grossen Park.
RHS Garden Wisley Der Schaugarten der Royal Horticultural Society, der auch als Versuchsgelände ökologischer Gartengestaltung, fungiert. Ein Gartencenter und eine Bücherei sind ebenfalls angeschlossen. Der Park ist weitläufig mit beeindruckendem Baumbestand und zeitgenössischen Staudenpflanzungen, wie zum Beispiel die 150m langen Beete mit nordamerikanischen Pflanzen 2001 gestaltet von Piet Oudolf.
Standen House and Garden der letzte Garten, den wir auf dem Weg zum Flughafen besichtigen. William Morris (bekannter Designer Ende des 19. Jahrhunderts) wurde vom Besitzer engagiert, grosse Teile des Hauses innen, zusammen mit dem Architekten Philippe Speakman Webb und der Ehefrau des Besitzers Margaret Beale, und den Aussenraum bzw. den Garten zu gestalten.
Die fünfte Gartenreise — Die legendäre Flower Show (2005)
Gegend: London City Gärten: Viele, von urban modern bis verträumt romantisch auf dem trockengelegten Areal im Flussbecken der Themse
Royal Horticultural Society
1804 gründeten einige einflussreiche Gentlemen die Gartenbauliche Gesellschaft zu London, deren Aufgabe es sein sollte den Gartenbau und das Wissen um die Praxis zu fördern. 1861 wurde Prinz Albert Patron der Gesellschaft, die deshalb in die Royal Horticultural Gesellschaft umbenannt wurde. Seither übernimmt der jeweilige Monarch das Patronat.
1903 erwarb die Gesellschaft aufgrund der Kohlenstaub-Belastung in London ein Landgut am Fluss Wey. ‚Wisley Gardens‘ entwickelte sich zu einem der wichtigsten Zentren des Gartenbaus.
Heute beschäftigt die RHS Hunderte von Mitarbeiterinnen, die für die gemeinnützigen Ziele arbeiten und auch in Schulgärten Unterricht anbieten, die zahllosen Gärten und Parks pflegen und zum Gelingen der zahlreichen jährlich stattfindenden Flower Shows beitragen. Die RHS hat heute an die 363’000 Mitglieder aus aller Welt.
Die Chelsea Flower Show. Die jährliche Garten-Messe, seit 1912 in Chelsea abgehalten wird auch von internationalem Publikum besucht. Mit zahllosen Events im Event untermalt, bietet die Show eine einmalige Fülle an Variationen ‚der Gestaltung eines Fleckens Erde‘.
Die Show findet jedes Jahr im Mai statt. Meistens kann ab November des Vorjahres gebucht werden. Zum Beispiel direkt auf der RHS Website. Ratsam ist ausserdem eine frühe Buchung eines Hotels in London.
Moderner Kiesgarten an der Chelsea Flower Show
Für den Beitrag wurden folgende Werke herangezogen: The History of Gardens von Howard Loxton, Bounty Books, Neuauflage 2005. Das Paradies auf Erden finden von Penelope Hobhouse, Schirmer Mosel Verlag, 2006. Sensationen von Nadine Olonetzky, erschienen im Birkhäuser Verlag, 2007. Romantische Gartenreisen in England von Anja Birne, erschienen im Callwey Verlag, 2016.
Weitere wunderschöne Bilder von Malcolm Balmer sind zu sehen auf dorsetcamera.co.uk