Meine erste Begegnung mit dieser wunderschönen Pflanze, hatte ich auf einer Kräuterwanderung im Berner Oberland. Der Leiter machte uns auf einer Bergwiese nahe eines Wäldchens auf eine Sterndolde aufmerksam. Die fragilen Blüten der Staude in Sternenform bezauberten mich sofort. Bei der Namenssuche meines Garten-Blogs kam deshalb nur dieser eine Pflanzenname in Frage, ein Sinnbild an Zartheit und Zähigkeit.
Blüht bis zu sechs Monate, von August bis Oktober
Mehrjährige Staude; versamt sich selbst, kann so viele Jahre durch den Garten wandern
Delikate Blüten
Robuste, winterharte Staude
Liebt sonnige bis halbschattig Standorte
Braucht humusreichen, durchlässigen, feuchten Boden. Gedeiht auch auf alpinen Wiesen
Fühlt sich auch in der Nähe von Gehölzen wohl
Vermehrung durch Teilung im Frühling oder durch Aussaat im Spätsommer
Sterndolden kreuzen sich gerne
Ihr Blätterwerk wird beim Abblühen rostig.
In seinem Artikel über die Sterndolde gibt Stephan Aeschlimann Yelin, Gärtner und Geschäftsinhaber der gartenwerke.ch, einen Gesamtüberblick zur Sterndolde, deren Gartengeschichte und wie sie die Aufmerksamkeit verschiedener Züchterinnen in England und Holland erregte. Zudem klärt er über die verschiedenen Neuzüchtungen auf und gibt Anregungen für Kombinationen mit andern Stauden.
Auf direkte und sensible Art berichtete der Autor Jürgen Dahl von seinen Erlebnissen im Garten rund ums Jahr. Seinen Entdeckungen, Beobachtungen, Erkenntnisse und Versäumnisse entlockten mir schon manches Aha, so ist das…
Seine Bücher mit den speziellen Titeln wie Mein geliebtes Heu oder Bitteres Lachen im grünen Bereich, bringen uns die Gartenwelt samt ihren Schattenseiten auf humorvolle Weise näher.
Mein Tipp aus Der neugierige Gärtner:
Eierschale als Samentöpli Eierschalen heiss auswaschen, im Eierkarton aufstellen, mit Erde füllen und den Samen hineindrücken. – Den Sämling, gross genug für den Garten, samt Schale (etwas einknicken) in die Erde stecken. Der Kalk nährt die kleine Pflanze und schützt ihren Wurzelbereich.
Der Zedernwald auf der Insel Yakushima im Süden Japans, ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und wird jedes Jahr von japanischen Touristen geradezu überschwemmt. Unter Westlern gilt das eher kleine Eiland immer noch als Geheimtipp. Die meisten Besucherinnen kommen wegen den uralten, imposanten Zedern. Der Wald, für viele Japanerinnen eine Inspirationsquelle, diente auch als Vorlage für den bekannten Animefilm ‚Princess Mononoke’.
Die jüngsten Bäume haben mindestens 200 Jahre auf dem Buckel, viele um die tausend Jahre und der Älteste soll angeblich schon seit 7000 Jahren dort stehen. Den Zedern bekommt das halbtropische Klima auf Yakushima ausgezeichnet. Die konstante Feuchtigkeit treibt das Wachstum der Bäume an. Manche der ältesten Exemplare werden von den Japanern verehrt und tragen spezielle Namen.
Der Älteste heisst Jomon-sugi (Sugi = Zeder), benannt nach der Jomon-Periode (der Jungsteinzeit von Japan). Sein Durchmesser beläuft sich auf mehr als 5 Meter. Er bildet sozusagen das Ziel einer Tageswanderung im Zedernwald. Hin und zurück muss ein Fussmarsch von mindestens zehn Stunden absolviert werden. Die Strapazen lohnen sich. Die Bäume, welche eine ganz besondere Stimmung erzeugen, lassen niemanden kalt.
Mein Trip zum Jomon-sugi
Nachts um drei stehe ich am Strassenrand und warte auf den Bus. Unterwegs bietet sich eine Möglichkeit ein Bento (Lunchbox) zu kaufen. Draussen ist es immer noch dunkel. Der Bus kurvt quer über die Insel und dann in Serpentinen hoch hinauf durch den Nationalpark bis zum Eingangstor des Zedernwaldes. Der Park ist nur am Tag offen und wird beim Eindunkeln wieder geschlossen.
Alle Besucherinnen sind top ausgerüstet und marschieren kurz nach der Ankunft des Busses sofort los. Die Uhr zeigt 5.30 Uhr.
Ich habe Glück mit dem Wetter. Am frühen Morgen ist es zwar noch ziemlich kalt, aber mit der Sonne kommt die Wärme und mit ihr ein bezauberndes Licht. Rehe äsen am Wegesrand, fast ohne Scheu. Viel Zeit zum Schauen, Fotografieren und Geniessen bleibt nicht, der Weg ist noch lang. Auf einer ausrangierten Schmalspurstrecke wandert man stetig leicht hinauf. Nach etwa drei Stunden hört sie plötzlich bei einer Ansammlung alter, niedriger Gebäude, auf. Bis in die 1970er Jahre wurde hier Holzabbau betrieben. Der Weg führt weiter an Moosteppichen vorbei über riesige Wurzelstöcke und Holztreppen. Die Stimmung im uralten Wald ruft Kindheitserinnerungen wach. Das Wasser ist so sauber und klar, ich kann nur meine Hand ausstrecken und aus einem der Rinnsale trinken. Weiter gehts zwischen Torbögen aus Wurzeln hindurch. Wurzeln so dick wie der Stamm einer grossen Eiche. Die Verdrehungen und Kurven vieler Stämme und Äste bilden postmoderne Skulpturen. Grüne Teppiche leuchten im gefilterten Licht, welches durch die Blätter dringt. Nach weiteren zwei Stunden Anstieg, zuletzt auf extrem steilen Holztreppen, erreiche ich den Ältesten. Ich weiss gar nicht wo anfangen mit hochschauen, die Dimensionen ertasten und Fotos machen. Überwältigend.
Etwas weiter unten verzehre ich meinen Lunch. Dann sehe ich bereits die ersten Gruppen wieder den Rückweg antreten. Ich spute mich, denn auf dem Hinweg habe ich ein Kieselbett am Fluss gesehen, an dem ich noch ein wenig ausruhen möchte. Nach 16 Uhr treffe ich wieder am Tor ein. Viele der japanischen Wandergruppen stellen sich zum obligaten Gruppenfoto auf. — Und man merkt: Alle zufrieden, diese nicht ganz leichte aber wundervolle Wanderung, gemeistert zu haben.
Blackbox-Gardening, mit versamenden Pflanzen Gärten gestalten. Die Anleitung verfassten Jonas Reif, Christian Kress und Jürgen Becker. Das Buch ist erhältlich im Ulmer Verlag für 29.90 Euro, ISBN 978-3-8001-7538-3.
Ausschnitt: Blackbox-Gardening ist eine sich vom traditionellen Gärtnern unterscheidende Philosophie des Gestaltens und Pflegens von Gärten , die beide Aspekte eng miteinander verknüpft. Es wird nicht gegen, sondern mit der Natur gearbeitet, Dynamik und Zufall nehmen in diesem Prozess eine bedeutende Rolle ein. Die Verwendung von versamenden Pflanzen ist das wesentliche Merkmal eines Blackbox-Gartens.
Für eine komplette Selbstversorgung aus dem eigenen Garten mit Gemüse, Obst und Kräutern, rechnet man pro Person mit 100 m2 Nutzgarten aufgeteilt in 40 m2 Gemüse, 1 m2 Kräutern, 20 m2 Beerenobst und 40 m2 Baumobst. Diese Fläche steht jedoch selten zur Verfügung. Mit 25 m2 Nutzgarten pro Person gibt es auch schon genug zu tun und zu ernten.
Gemüsebeete sollten nicht breiter als 120 cm sein, damit die Beetmitte vom Weg aus gut erreichbar ist.
Der Kompostplatz liegt meist am Rande des Gartens. Auf genügend Bewegungsfreiheit achten und genug breiter Zugangsweg für den Schubkarren anlegen.
Guter Zugang zu allen Gartengeräten, zur Regenwassersammelstelle und den Tonnen mit angesetzten Jauchen und Brühen erleichtern die Arbeit enorm.
Garten-Anbauplan – Was wird wo gepflanzt
Es gibt gute Gründe für eine Planungsrunde am Grünen Tisch. Neue Ideen betreffend Anbau und Verwendung begegnen wir zwar ununterbrochen, aber dann ist die Gartenfläche jeweils schon bestellt! Eine gewisse Vielfalt, Abwechslung und die Einhaltung der Fruchtfolge lohnen die Planung.
Was wollen Sie unbedingt ernten, wieviel Platz brauchen all diese Gemüsesorten, wann sind die Aussaattermine? Sie entscheiden. Meine Empfehlung, eine Mischkultur pflegen, in der neue Ideen Platz finden.
Ein Anbauplan, in dem der feste Bedarf an bestimmten Gartenprodukten berücksichtigt und kombiniert ist, beugt Krankheiten und Schädlingen vor und ermöglicht gleichzeitig eine boden- und umweltschonende Düngung.
Laubgehölze und Hecken bieten Unterschlupf für verschiedene Vogelarten. In Reisig-, Laub- oder Holzhaufen fühlen sich Nützlinge wie z.B. der Igel besonders wohl.
Mischkultur
Unabhängig von der Zugehörigkeit zur Pflanzfamilie gibt es Gemüsearten, die sich gegenseitig begünstigen, wenn sie nebeneinander im Beet gesetzt werden. Andere wiederum verhalten sich neutral oder beeinflussen sich negativ.
Der Effekt der Mischkultur beruht auf Stoffwechselprogrammen, die von der Pflanzenwurzel an den Boden abgegeben werden oder über die Blätter als Aromastoffe freigesetzt werden. Diese halten z.B. Schädlinge fern.
Bei der Mischkultur werden die verschiedenen Gemüse so nebeneinander angebaut, dass sie sich möglichst positiv beeinflussen.
Zum Thema Mischkultur, insbesondere zur gegenseitigen Beeinflussung gibt es ausgewiesene Fachliteratur. Bei Bioterra kann ein sehr hilfreicher Mischkultur-Schieber bestellt werden.
Fruchtfolgewechsel und deren Regeln
Unter Fruchtfolge versteht man einen im 3 bis 4 Jahres-Rythmus stattfindenden Anbau verschiedener Gemüse auf demselben Beet.
Die Planung der Fruchtfolge soll nicht nur die Bodennährstoffe und den vorhandenen Platz optimal ausnutzen, sondern auch Schaderreger begrenzen. Es gibt einige Kleinstorganismen und Schädlinge, die im Boden lange Zeit überdauern und hartnäckig immer wieder dieselbe Kultur heimsuchen. Hier gibt es auch Arten, die sich an bestimmten Pflanzen vermehren, danach lange in einen Dauerschlaf im Boden versinken und sofort erwachen, wenn ihre Pflanze wieder angebaut wird.
Die Fruchtfolgeregel definiert, wieviele Jahre gewisse Kulturen der gleichen Pflanzenfamilie in einem Beet pausieren müssen, damit die Schädlinge verhungern.
Im Garten-Anbauplan blättern wir also Jahr für Jahr zurück, um festzustellen, ob die Fruchtfolge eingehalten wird.
Die Fruchtfolgeregel gibt es noch aus einem anderen Grund (als nur Fruchfolgewechsel). Nicht jedes Gemüse stellt die selben Ansprüche an die Nährstoffversorgung (Dünger, Jauche, Kompost).
Wir unterscheiden:
Starkzehrer: Wie Kürbis, Kohlarten, Gurke, Kartoffeln. Das Beet wird vor der Bepflanzung mit ausreichend Grunddüngung versorgt (Einarbeiten von Mist und/oder Kompost). Während der Pflanz- und Wachstumszeit muss je nach Gemüseart noch reichlich Dünger nachgegeben werden. Mittelzehrer: Wie Karotten, Mangold, Fenchel, Salat. Sie kommen mit einer gewöhnlichen Kompostgabe aus. Schwachzehrer: Wie Radieschen, Bohnen, Zwiebeln, Kresse. Denen reicht oft der im Boden vorkommende Nährstoffvorrat, den die Vorgemüse hinterlassen haben, aus. Stickstoffsammler: Puffbohne, Gelbsenf und andere Gründüngungen. Dies ist eine extra Gruppe, die selbst wenig Dünger brauchen, jedoch nach der Ernte stichstoffreichen Boden hinterlassen.
Im Idealfall verläuft die Fruchtfolge so, dass auf dem Beet mit Starkzehrer im 2. Jahr Mittelzehrer folgen, im 3. Jahr Schwachzehrer und im 4. Jahr die Stickstoffsammler, die den Stickstoffvorrat im Boden wieder anreichern. Dazu sollte man die Pflanzenfamilien kennen.
Pflanzenfamilien bei den Gemüsesorten
Mit dem systematischen Wechsel der Gemüsekultur von Jahr zu Jahr werden viele Schädlinge in Grenzen gehalten. Die Wahl der richtigen Fruchtfolge ist somit eine wichtige Massnahme des biologischen Pflanzenschutzes. Hilfreich dabei ist es, die Zugehörigkeit des Gemüses zur Pflanzenfamilie zu kennen.
Das Gemüse (sowie andere Pflanzen aus dem Garten) werden in Pflanzenfamilien unterteilt. Die einzelnen Familien heissen und beinhalten:
Vermeiden Sie nach Möglichkeit, Gemüsepflanzen aus der selben Familie mehrmals hintereinander auf dem selben Beet anzubauen (Fruchtfolgeregel). Ausnahme: Tomaten und Bohnen bevorzugen ihren Standort über mehrere Jahre.
Speziell schön sind jetzt wieder die Dahlien. Die Blüte allein erinnert an eine filigrane Skulptur aus Porzellan. Ich kann mich kaum daran satt sehen. Ebenso an den Arbeiten des momentan angesagtesten Floral-Designers aus Japan:
Makoto Azuma, japanischer Rockstar, kreiert und realisiert mit seinem Team archaische bis verspielte Pflanzenskulpturen, interpretiert Ikebana vollkommen neu und eigenwillig.
«Nur wer das Alte kennt, erkennt auch das Neue»
An dieses alte Japanische Sprichwort knüpft Azuma mit seiner Arbeitsweise ganz bewusst an. Die Resultate versprühen Lebendigkeit und eine schier unerschöpfliche Kraft.