Yogabild

Das witzigste Yogabuch, dass ich kenne

Wir warten ständig. Auf irgendetwas. Judith Stoletzky die Autorin des Buches ‚Yoga while you wait‘, hilft uns mit einfachen Asanas  das Warten im Alltag zu verkürzen und uns selbst dazu noch etwas Gutes zu tun.
Treffend veranschaulicht und ergänzt durch Markus Abeles tollen Fotos vermitteln die kurzen Erklärungstexte wertvolle Informationen zu den Übungen und deren Bedeutung.
Philosophie kommt nicht zu kurz und mutet in den manchmal fast schon absurden Querbezügen zu unserem täglichen Tun, ungemein fröhlich an. Sei es nun in der Küche, auf der Strasse oder bei der Arbeit.
Einige Übungen mach ich fast täglich, wo’s dann grad passt und lache oft herzhaft über mich über den Moment und unser hektisches und oft ziel- und zügelloses Treiben.

Erschienen im Becker Joest Volk Verlag.
ISBN 978-3-95453-147-9

Steine

Winter Links

Dieses Paket möchte ich mit einem wunderschönen Winter Haiku überbringen.

Obwohl doch Schnee liegt,
Die Berge so purpurrot
Im Abendlichte.                   Shiki (1867-1902)

Damit auch zu Hause eine gemütliche Stimmung aufkommt, sei es mit einem Kissen zum Schlafen oder weicher sitzen, diese Produkte überzeugen.
www.wollhandwerk.ch
Urner Filz aus heimischer Schafwolle.

Textilmanufaktur von Anna Saarinen aus Finnland.
www.annasaarinen.ch
Sie webt Teppiche aus Recyclingmaterialien und fühlt sich dabei mit der Tradition der finnischen Handwerkskunst sehr verbunden.

Alltagsdesign in Zusammenarbeit mit handwerklichen Könnerinnen.
www.imperfectdesign.eu
Keramik, Glas, Stein sind die Materialien aus denen edle Dinge für den Alltag entstehen.

Salome Lippuners Faszination für altes japanisches Lackhandwerk bringt aussergewöhnlich schöne Objekte hervor. Diese alte Tradition verbindet sie mit modernen Formen und tariert die Möglichkeiten immer wieder neu aus.
www.urushi.ch

Und gleich nochmals eine Handweberin, die Produkte erster Güte herstellt.
Isabel Bürgin
All ihre Kreationen werden in der Schweiz produziert und tragen witzige Namen wie ‚Zicke, Weichling oder Bastard‘. Für Teppiche und Decken verarbeitet sie mehrheitlich Schafwolle und Ziegenhaar.

In Susannes Terrassengarten

Frauen und ihre Gärten (Teil 1)

Die Fülle auf einem Flachdach in der Stadt

Schon als Kind entdeckte Susanne das Gärtnern für sich im elterlichen Schrebergarten. Sie hatte ihr eigenes Beet, welches sie bepflanzen durfte, wie sie wollte.

Auf dem Balkon der allerersten eigenen Wohnung begann sie mit Pflanzen in Töpfen zu experimentieren. Bei jedem Umzug wurde der (Topf-)Garten grösser, sie probierte mehr und mehr aus. Susanne versuchte sich bald mit der Gemüseanzucht.

Heute auf ihrem ca. 100 m2 grossen Dachgarten nehmen im Sommer diverse Tomatensorten und Salate die Breitseite in Beschlag. Susanne sagt, sie wolle das Beste, was der Sommer an Frische zu bieten habe, täglich auf dem Tisch.

In den 1990er Jahren hat sie ihr Gartenreich mitten in der Stadt mit viel Geduld und Aufwand entstehen lassen. Die Pflanzfläche hat sich nach der Verbesserung des Bodens, der gerade mal 25cm tief ist, stetig vergrössert. Susanne hat verschiedene Ecken und Räume gestaltet. Ihre Vorliebe für ganz spezielle Pflanzen, die sie von (Garten-)Reisen meist in Form von Samen mitbringt, hat dazu beigetragen, dass ein exotisches Flair über die Terrasse weht.

Susanne findet, sie könne sich hier völlig ausleben, was das Gärtnern betreffe und wirklich, sie hat ihren Garten in eine kleine bunte Oase verwandelt.

«Im Garten sehe ich, was ich gearbeitet habe und es bringt mehr als schmutzige Hände, es erdet mich.»

Gaillardia

Gaillardia

Delikate und exotische Pflanzen:
Zum Beispiel eine rotviolette Gaillardia ursprünglich aus Nordamerika stammend oder die wohlduftende Tuberosa. In einer Ecke beim Sitzplatz steht die Abendpflanze Mondwinde (Calonyction album) in einem Topf. Die gedrehten Blüten öffnen sich bei Dämmerung in Sekundenschnelle und wirken wie offene weisse Fächer. Oder die Schokoladen-Kosmeen, die botanisch eigentlich gar keine Kosmeen sind, mit samtig rotbraunen Blütenblättern. 

 

Fermentier-Gemüse

Fermentieren – eingelegtes Gemüse

Die Gemüsebeete sind abgeerntet. Da kann sich schon mal die Frage stellen, wo und wie all die Karotten, Kohlköpfe, Rettiche und Selleries gelagert werden können. Am liebsten würde man den ganzen Winter über vom Vorrat zehren, denn nicht alles kann sofort verwertet und gegessen werden. Die wieder in Mode gekommene Konservierung des ‚Fermentierens‘ bietet eine Möglichkeit das Gemüse längere Zeit haltbar zu machen.
Zum Fermentieren eignen sich Kohl, Karotten, Radieschen, Randen, Bohnen, Paprika, Kürbis, Ingwer, Rettich, Einmachgurken, Sellerie und Spargel.

Was ist Fermentieren?

Wir kennen diesen biologischen Prozess schon seit Jahrhunderten. Das Bier wird so hergestellt.
Gemüse wird meistens in Salzlake gelegt und so der Gärung ausgesetzt. Sauerkraut zum Beispiel gärt im eigenen Pflanzensaft.
Während der Fermentation vermehren sich nützliche Bakterien und wandeln Zucker und Stärke der Gemüse in Milchsäure um. Diese saure Umgebung verhindert die Bildung ungesunder Keime, welche Lebensmittel verderben können.
Im Winter sorgt fermentiertes Gemüse für die Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen und ganz nebenbei auch für eine gesunde Darmflora.
Die Herstellung ist einfach. Mit etwas Geduld und sauberem Arbeiten gelingt’s und du kannst viele verschiedene Aromen geniessen.
Auf www.wildefermente.de gibt’s tolle Tipps und diverse Rezepte. Oder lass dich von ‚Urgeschmack‘ informieren, wie man Sauerkraut selber herstellen kann und wie Fermentation überhaupt funktioniert.

Buchennuss

November Links

holylama.co.uk – ein Familienunternehmen, welches nachhaltige Kosmetik in viel Handarbeit herstellt und 80% Frauen angestellt hat. Vor allem Frauen, die am Rande der indischen Gesellschaft leben, zum Beispiel weil sie Witwen sind. Über die englische Website kann eine Auswahl der Produkte online gekauft werden. Die deutsche Übersetzung lässt zu wünschen übrig.
mottainai-shop.jp/ – Japanische Bewegung, die Verschwendung an Ressourcen einzudämmen versucht, nur japanisch, die englische Übersetzung fehlt.
Honig aus der Stadt – Wabe 3 Manufaktur, hier kannst du Patenschaften von Bienenstöcken übernehmen und ‚Honig ernten‘. Besuch den Honigkuchenladen in Zürich.
Bunte und erfrischend fröhliche Herbst- Winterkollektion – www.gudrunsjoeden.ch
Auch Humofix der Kompost-Aktivator und Blumenpfleger, aus der Abtei Fulda, kann jetzt Online bestellt werden.

Englischer Formschnitt von Eiben

Von Hecken und Gruben

Oder wie ich die Schönheit englischer Gärten kennenlernte.

1997 reiste ich zum ersten Mal auf die britischen Inseln. Von englischer Gartenkultur wusste ich nicht viel. Ich kannte die englische Garten-Sendung der BBC ‚Gardeners World‘. Und die war für mich Kult. Im wöchentlichen Ritual folgte ich den Moderatorinnen durch wundervolle Gärten streifend, die Pflanzenwelt erklärend und Gartenwissen weitergebend — für mich alles ganz neu. Sie zeigten mir welche Pflanzen zu diesem oder jenem Gartenthema passen oder wie Pflanzen miteinander in sogenannten ‚Drifts‘ kombiniert werden können um Emotionen zu erzeugen. Einen Garten in Räume zu unterteilen, mit Pflanzen Stimmungen zu kreieren, zog mich flugs hinein und bereitete mir ungeahnte Freude. Dieses Glück, beim Anblick eines gestalteten Stück Erde, wollte ich auch empfinden.

 

Die erste Gartenreise — Grosse Bekannte und eine kleine Trouvaille (1997)

Gegend: Südwestengland, Wiltshire, Sussex
Gärten und Parks: Stonehenge, Stourhead, Heale House, Sissinghurst, Great Dixter, Pashley Manor, Stourton House and Gardens

Mit dem Mietwagen ging‘s im ungewohnten Linksverkehr vom Gatwick-Airport direkt nach Salisbury. Die kleine Stadt in der Grafschaft Wiltshire, empfing uns freundlich. In einem stilvollen, sehr englischen B&B deponierten meine Freundin und ich unsere Koffer. Da waren wir nun — bereit auf Gartentour zu gehen und neue Welten zu entdecken.

Salisbury, fotografiert von Malcolm Balmer

Salisbury, fotografiert von Malcolm Balmer

 

 

 

 

 

Zuallererst führte uns der Weg nach Stonehenge. Die Steinformation der Kelten umkreisen gehört einfach zum Pflichtprogramm. Und dann weiter in den Landschaftspark Stourhead, unter Kennerinnen das Vorbild eines englischen Landschaftsgartens und ebenfalls ‚ein Muss‘. Beim Spaziergang durch den Park und erreicht man einen erhöhten Punkt, den Tempel des Apollon, mit bezaubernder Aussicht auf die umliegende Landschaft. Der See mit seiner leicht gebogenen Brücke bildet den Mittelpunkt  der Gestaltung. Dieser Landschaftspark, erschaffen Mitte des 18. Jahrhunderts, repräsentiert die damals völlig neue Sichtweise auf Mensch und Natur.

Stourhead, von Malcolm Balmer

Stourhead im Frühling, fotografiert von Malcolm Balmer

 

 

 

 

 

Sonnenuhr

Sonnenuhr in Heale House

Heale House — Dieser Garten, eine Trouvaille nahe Salisbury liegt am Fluss Avon.  Beeindruckend ist der Tunnel Garten bestehend aus dicht hängenden Apfelspalieren. Eine Terrasse öffnet sich zum Fluss hin. Über eine kleine Nikko-Brücke erreicht man die japanische Szenerie angelegt in einem kleinen Waldstück, ergänzt mit japanischem Wassergarten und kleinem Teehaus.

 

 

Sissinghurst

Staudenbeet an einer Mauer

Sissinghurst, der unterdessen weltbekannte Garten, angelegt und gestaltet von Vita Sackville-West beeindruckt durch den virtuosen Umgang mit Strukturen, Farben und Formen der Pflanzen. Nach Vitas Tod 1962 übergab ihr Mann die Pflege und Verwaltung des Gartens der National Trust. Seit 1967 pflegt diese Institution mit einem Heer von Gärtnerinnen die verschiedenen Garten- und Farbräume. Vor allem Pflanzenkombinationen in Weiss, Rosa und Blautönen beherrschen die Szenerie.

 

 

Great Dixter war das Erbe und Zuhause von Christoper Lloyd (gest. 2005), dem bekannten Autor herausragender Werke zur Gartenliteratur. Haus und Land sind seit 1910 in Besitz der Familie Lloyd. Ausser ein oder zwei Arkadengängen war damals ums Haus nicht viel vorhanden. Als Christopher Lloyd das Anwesen übernahm, entstand Great Dixter unter seiner Leitung, so wie wir den Garten heute kennen. Seit vielen Jahren sorgt Head Gardener Fergus Garrett für eine aussergewöhnliche Stimmung in den Beeten, immer noch dem ‚Spirit‘ Christopher Lloyds folgend.
Die Gärten liegen rund ums Tudor-Haus (aus dem 15. Jahrhundert) und bezaubern nahezu alle Besucherinnen. Topiari, Mischungen von mehrjährigen Stauden und Wildpflanzen, wunderbare ‚Drifts‘ und Farbkombinationen Ton in Ton, spezielle Formzusammenstellungen sowie Lloyds Kreationen von Mixed Borders inspirieren. «Die Pflanzen helfen einander», pflegte er zu sagen.
Als wir einen letzten Rundgang durch die  Gartenräume machen, begegnen wir Mr Lloyd persönlich begleitet von seinen beiden Dackeln. Wir sehen einen gelassenen Gärtner durch seinen wunderbaren Garten schlendern.

Great Dixter

Great Dixter, Topiari in Grasflächen

 

Pashley Manor Ein grosser mehrfach ausgezeichneter Garten in East Sussex. Bekannt für die Blumenfülle im Frühling, den ‚Bluebell Walk‘ und den gepflanzten 20‘000 Tulpenzwiebeln. Ein alter Eichenbaumbestand, Teiche, Springbrunnen, Staudenbeete, ein Küchengarten und der ‚Rosewalk‘ gehören mit zum Programm bei einem Besuch dieses Gartens. Das Café im Haus mit Tudorfassade gefällt uns ausserordentlich.

Stourton House Flower Garden Wunderschöner Privatgarten mit schwungvoll geschnittenen Hecken und gemischten Blumenbeeten. Leider mittlerweile geschlossen.

 

Die zweite Gartenreise — Strände, Seemänner und ein Vogelreservat (1998)

Gegend: Norfolk, Suffolk
Gärten: Naturlandschaften, Strände, ein Vogelreservat, Marsch- und Heideland

Diesmal sind wir mit Zug und Bus unterwegs. Wir kommen in London City Airport an und nehmen den Zug Richtung Norden ans Meer. Cromer — ein Küstenstädtchen, das seinen viktorianischen Pier erhalten hat. Im Sommer ist der Ort gut mit Feriengästen gefüllt. Das kleine aber feine Seemannsmuseum erinnert an die Hoch-Zeit des Fischfangs und an die weitherum bekannte Besatzung seiner Rettungsboote.
Nach ein paar Tagen mit ausgedehnten Strandspaziergängen und scheuen Versuchen ins Meer zu steigen, (meine Freundin schafft es, ich hingegen nur bis zu den Kien), geht’s weiter südlich nach Suffolk in ein überaus einladendes BnB. Das ist der Ausgangspunkt für eine Velotour durchs Heideland und einer Wanderung zum Vogelreservat in der Nähe von Dunwich.
Zurück in London besuchen wir das Museum of Garden History, in South Banks, zu erreichen auch per Bootsfahrt auf der Themse.

Strand an der Ostküste

Strand an der Ostküste

 National Trust Ursprünglich 1895 gegründet um schöne und historisch wertvolle Gebäude und Gärten zu erhalten. In den 1980er Jahren verlegte sich der Verein zunehmend darauf auch Strände und Landschaften zu schützen. National Trust restauriert und pflegt Scheunen, Burgen und Leuchttürme in ganz England. Die Organisation kümmert sich um 1’250 km Küstenstreifen und 247’000 Hektaren Landfläche. Dies ist nur durch Mitgliederbeiträge, Spenden und der grossen Schar an ehrenamtlichen Helferinnen den sogenannten Volunteers, zu bewältigen.


Die dritte Gartenreise — Bezauberndes Cornwall (2001)

Gegend: Devon, Cornwall
Gärten: Eden Project, Lost Gardens of Heligan, Lanhydrock House and Garden, Trebah Garden, Trelissick, Glendurgan nahe Falmouth, Antony House and Garden, Trengwainton, Trerice House and Garden

Das Eden Project — gerade neu eröffnet. Die Grösse der Anlage und die futuristische Form der Gewächshäuser beeindruckt uns sehr. Darin wird Besucherinnen die Flora aller fünf Kontinente der Erde mit Hilfe neuester Technologien näher gebracht.

Lost Gardens of Heligan 1990 wiederentdeckt von Tim Smit and John Willis. Im selben Jahr begannen Aufräumarbeiten eines Teils der Gärten, obwohl nicht klar war, wie das Grundstück verwaltet werden sollte. Ab 1991 fanden Grossaufräumungen statt, an der sich verschiedene Vereine mit freiwilligen Helferinnen beteiligten. 1997 fertig restauriert, wurden die Gärten in neuem Glanz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dies alles mit Spenden, soweit ich weiss.

Lanhydrock — Ein beeindruckendes Landadel-Haus mit einer wunderbaren Atmosphäre. Die Küche beeindruckt mich besonders. Die Gärten sind unterteilt in einen Waldgarten des 19. Jahrhunderts mit Kamelien, Magnolien und Rhododendren, einem Staudenkreis, der vor allem im Herbst bis in den Winter blüht und ein Geometrischer Garten der in ein Parterre über geht, welches im Frühling und Sommer mit den Blumenrabatten die Besucherinnen erfreut.

Trebah Garden — Dieser Waldgarten gelegen in der Bucht des Helford Rivers, gegründet Mitte des 19. Jahrhunderts von Charles Fox, Gärtner und Pflanzenjäger, beheimatet Pflanzen aus Tibet, China, Neuseeland und Amerika. Eine Entdeckung exotischer Flora in einer ebenso spektakulären Landschaft.

Trelissick, ein Landschaftspark mit Rhododendren soll besonders im Frühling ein Farbenrausch sondergleichen sein. Auf der Rasenfläche in der Mitte steht eine chinesische Zeder. Spezieller Baumbestand.

Trelissick

Trelissick, Sicht auf die Bucht vom Park aus, fotografiert von Malcolm Balmer

Glendurgan — am Hang gelegener Garten im subtropisches Mikroklima mit raren und exotischen Sträuchern und Bäumen. Magnolien, Farne, Palmen, Kamelien, Azaleen sind kombiniert mit Wildpflanzen. Ein weiteres Highlight — das Heckenlabyrinth aus Lorbeerbüschen.

Antony House and Garden, das prächtige Haus interessiert uns und wir machen eine Führung.
Ein umauerter Barockgarten schliesst an das Haus an. Im Norden fällt der etwa 10 ha grosse Garten leicht zum Fluss ab. Wir sehen Baumgruppen in offenen Rasenflächen. Hier wird auch die National Collection von über 600 Tagliliensorten gepflegt.

Antony House and Garden

Die barocke Gartenanlage, fotografiert von Malcolm Balmer

 

 

 

 

 

Trengwainton House and Garden, Die malerische Lage gewährt von der Terrasse aus einen Blick auf die Mounts Bay und The Lizard. Der Waldgarten entstand im 19. Jahrhundert. Besonders im Frühling versprühen Kamelien, Magnolien und Rhododendren in verschiedenen Farben ihren exotischen Reiz. Im ummauerten Küchengarten, angelegt in den 1920er Jahren, wird heute vorwiegend Gemüse und Obst gezogen.

Trerice House and Garden, ein sehr schönes Haus aus der elisabethanischen Zeit. Eine kleine, sehr hübsche Gartenanlage mit Blumenbeeten und Apfelarkaden umgibt das Haus.

Ein AhaEin Ha-ha oder Aha grenzt das gestaltete Terrain vom Umland ab, hält vor allem Schafe und andere ungebetene Besucher fern. Der Garten wird durch die Grube von der Landschaft getrennt. Trotzdem verschmilzt vom Garten aus die Sicht mit der Weite der Landschaft und kann so als Gestaltungselement wirken, den Garten vergrössern. Die Idee des Ahas stammt vermutlich aus Frankreich und kam Ende des 17. Jahrhunderts nach England.

 

Die vierte Gartenreise — Grüne Hügel, Seen und blitzgescheite Hunde (2004)

Gegend: Cumbria, auch Lake District genannt
Gärten: Levenshall, Tatton House and Garden, RHS Garten in Wisley, Standen House and Garden

Gowbarrow Cumbria

Gowbarrow Cumbria, fotografiert von Malcolm Balmer

Die Gegend ist wild und sehr hügelig, ab und an geht’s mit dem Auto auf steilen Strassen über kleine Pässe. Unser B&B wird von einer Schafzüchter- und Farmersfamilie betrieben. Der Farmer trainiert Hunde mit denen er die verstreuten Schafherden wieder einfängt aber auch Wettbewerbe im Schafe treiben bestreitet. Wir machen eine Wanderung in die saftigen Hügel hinauf und besuchen das Dorf Beatrix Potters, der Kinderbuchautorin.

TopiaryFormschnitt ganzer Hecken wird in England seit dem 17. Jahrhundert intensiv betrieben. Schon die Ägypter schnitten Pflanzen in Form, sowie die Römer ihren Zypressen eine schlankere Gestalt durch das Schneiden gaben. Der heutige Formschnitt (Topiari) begründet eine weitere Technik der Gartengestaltung. Auch hier geht es um Abgrenzung verschiedener Gartenräume oder Ebenen, um Ruhe und Bewegung. Riesige Durchgänge, ganze Pflanzenwände wuchsen so über die Jahre in manchen Gärten und Parks heran. Diverse Pflanzen, nicht nur der Buchsbaum, werden von den Engländern zu allerlei Formen geschnitten. Auch Eiben, Hainbuchen, Stechpalmen, Lorbeer und auch Liguster eignen sich für Topiari.

Levenshall, Landgut bei Kendal, ein wunderschöner Garten mit Topiari im Grossformat. Viele Eiben in teils bizarre Formen geschnitten (siehe grosses Beitragsbild). Angelegt wurde der Garten bereits Ende des 17. Jahrhunderts.

Tatton House and Garden, wunderschön gelegenes Herrenhaus mit Gärten in verschiedenen Stilen und angrenzendem grossen Park.

RHS Garden Wisley Der Schaugarten der Royal Horticultural Society, der auch als  Versuchsgelände ökologischer Gartengestaltung, fungiert. Ein Gartencenter und eine Bücherei sind ebenfalls angeschlossen. Der Park ist weitläufig mit beeindruckendem Baumbestand und zeitgenössischen Staudenpflanzungen, wie zum Beispiel die 150m langen Beete mit nordamerikanischen Pflanzen 2001 gestaltet von Piet Oudolf.

Standen House and Garden der letzte Garten, den wir auf dem Weg zum Flughafen besichtigen. William Morris (bekannter Designer Ende des 19. Jahrhunderts) wurde vom Besitzer engagiert, grosse Teile des Hauses innen, zusammen mit dem Architekten Philippe Speakman Webb und der Ehefrau des Besitzers Margaret Beale, und den Aussenraum bzw. den Garten zu gestalten.

 

Die fünfte Gartenreise — Die legendäre Flower Show (2005)

Gegend: London City
Gärten: Viele, von urban modern bis verträumt romantisch auf dem trockengelegten Areal im Flussbecken der Themse

Royal Horticultural Society 1804 gründeten einige einflussreiche Gentlemen die Gartenbauliche Gesellschaft zu London, deren Aufgabe es sein sollte den Gartenbau und das Wissen um die Praxis zu fördern. 1861 wurde Prinz Albert Patron der Gesellschaft, die deshalb in die Royal Horticultural Gesellschaft umbenannt wurde. Seither übernimmt der jeweilige Monarch das Patronat.
1903 erwarb die Gesellschaft aufgrund der Kohlenstaub-Belastung in London ein Landgut am Fluss Wey. ‚Wisley Gardens‘ entwickelte sich zu einem der wichtigsten Zentren des Gartenbaus.
Heute beschäftigt die RHS Hunderte von Mitarbeiterinnen, die für die gemeinnützigen Ziele arbeiten und auch in Schulgärten Unterricht anbieten, die zahllosen Gärten und Parks pflegen und zum Gelingen der zahlreichen jährlich stattfindenden Flower Shows beitragen. Die RHS hat heute an die 363’000 Mitglieder aus aller Welt.

Die Chelsea Flower Show. Die jährliche Garten-Messe, seit 1912 in Chelsea abgehalten wird auch von internationalem Publikum besucht. Mit zahllosen Events im Event untermalt, bietet die Show eine einmalige Fülle an Variationen ‚der Gestaltung eines Fleckens Erde‘.
Die Show findet jedes Jahr im Mai statt. Meistens kann ab November des Vorjahres gebucht werden. Zum Beispiel direkt auf der RHS Website. Ratsam ist ausserdem eine frühe Buchung eines Hotels in London.

Chelsea Flower Show

Moderner Kiesgarten an der Chelsea Flower Show

Für den Beitrag wurden folgende Werke herangezogen:
The History of Gardens von Howard Loxton, Bounty Books, Neuauflage 2005.
Das Paradies auf Erden finden von Penelope Hobhouse, Schirmer Mosel Verlag, 2006.
Sensationen von Nadine Olonetzky, erschienen im Birkhäuser Verlag, 2007.
Romantische Gartenreisen in England von Anja Birne, erschienen im Callwey Verlag, 2016.

Weitere wunderschöne Bilder von Malcolm Balmer sind zu sehen auf dorsetcamera.co.uk

Kompostgitter

Kompost selber gemacht

Kompostieren heisst – Garten- und Küchenabfälle verwerten und ganz einfach wertvolle Erde für den Garten gewinnen.

Vielseitige Verwendung
Kompost ist der Gartendünger schlechthin und kann vielseitig eingesetzt werden: auf freie Beete, zwischen den Stauden und vermischt mit Erde ins Pflanzloch. Reifer Kompost wird mit ca. 5-10 l/m2 ausgebracht. Der günstigste Zeitraum zum Ausbringen liegt zwischen Frühjahr und Sommer. Reifer Kompost ist nicht für die Aussaat geeignet (dazu muss er mit Sand verdünnt werden). Der Kompost verliert, wenn er zu lange steht, wertvolle Inhaltsstoffe.

Weiterführende Literatur
Ein sehr hilfreiches Buch für Anfängerinnen finde ich ‚KOMPOST – Natürliches Futter für Ihren Garten‘ von Ken Thompson bei Dorling und Kindersley unter www.dorlingkindersley.de verlegt. Thompson bringt die Essenz des Kompostierens auf ganz unkomplizierte Art rüber. Er erklärt, was rein darf und was besser nicht rein soll und was es sonst noch alles braucht, Kompost herzustellen.

Fragen und Antworten

Kompostierproblem Massnahmen zur Behebung
Unkraut Unkraut, das Samen angesetzt hat sowie Wurzelunkräuter nicht kompostieren; Kompost gegen Anflug von Samen abdecken; keimendes Unkraut so gut als möglich entfernen.
Ungeziefer Keine Essensresten kompostieren; Küchenabfälle mit Erde überdecken.
Krankheitskeime im Kompost Küchenabfälle, Kleintierstreu und krankes Pflanzenmaterial nicht kompostieren.
Geruchsbildung Kompostabfälle mit Strukturmaterial mischen; Kompost mit Erde abdecken; mit Steinmehl vermischen.
zu trockener Kompost Kompost wässern; Kompost umsetzen und feuchte Kompostabfälle untermischen.
zu nasser Kompost Feuchte Kompostabfälle mit Trockenem mischen; Kompost mit einer Abdeckung vor Übernässung durch Regen schützen.
zu geringe Temperaturen Kompost umsetzen und mit Grasschnitt im Verhältnis 1:1 mischen.

Und vieles mehr zu finden unter:
www.bodenreise.ch – auf spielerische Art ins Bodenleben eintauchen.
www.kompostberatung.ch – viele nützliche Informationen und Anleitungen zum Thema.
www.oeko-job.ch – hier gibt’s unter anderem die schönsten Kompostsilos aus Holz zu kaufen.

Der neugierige Gärtner von Jürgen Dahl

Die etwas andere Gartenliteratur

Auf direkte und sensible Art berichtete der Autor Jürgen Dahl von seinen Erlebnissen im Garten rund ums Jahr. Seinen Entdeckungen, Beobachtungen, Erkenntnisse und Versäumnisse entlockten mir schon manches Aha, so ist das…

Seine Bücher mit den speziellen Titeln wie Mein geliebtes Heu oder Bitteres Lachen im grünen Bereich, bringen uns die Gartenwelt samt ihren Schattenseiten auf humorvolle Weise näher.
Mein Tipp aus Der neugierige Gärtner:

Eierschale als Samentöpli
Eierschalen heiss auswaschen, im Eierkarton aufstellen, mit Erde füllen und den Samen hineindrücken. – Den Sämling, gross genug für den Garten, samt Schale (etwas einknicken) in die Erde stecken. Der Kalk nährt die kleine Pflanze und schützt ihren Wurzelbereich. 

Knospen

Link-Paket zum Frühling

Die Kleinbauernvereinigung — kleine bäuerliche Betriebe, Bergbauernhöfe, Engagement für Kleinbauern im oft familiären Umfeld. Themen: Vertragslandwirtschaft, politische Arbeit zur Erhaltung von Kleinbetrieben, tiergerechte Haltung, Bio-Landwirtschaft. Die Webseite betreibt einen ausgewählten Warenversand, zusammen mit der gebana AG, 4mal jährlich erscheint «Ökologo», die Publikation der Vereinigung. (im Ordner einen Flyer von Gebana)

ravelry — ultimativer Fundus von und für Häkel- und Strickfreundinnen.

Café Miyuko — Der Kolleginnen-Tipp, fantastisch feine Kuchen, schönes Ambiente, alles sehr exquisit und engagiert.

Kamikatsu — Die Zero Waste City of Japan. Es geht wenn man/frau will oder (irgendwann) muss. Dazu die Statistik aus der Schweiz, der «Der Schweizer Güselmeister», zum Thema weniger Abfall produzieren und bewusster Abfall trennen.

Zederwurzeln

Auf den Spuren der Zeit

Der Zedernwald auf der Insel Yakushima im Süden Japans, ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und wird jedes Jahr von japanischen Touristen geradezu überschwemmt. Unter Westlern gilt das eher kleine Eiland immer noch als Geheimtipp. Die meisten Besucherinnen kommen wegen den uralten, imposanten Zedern. Der Wald, für viele Japanerinnen eine Inspirationsquelle, diente auch als Vorlage für den bekannten Animefilm ‚Princess Mononoke’.

Die jüngsten Bäume haben mindestens 200 Jahre auf dem Buckel, viele um die tausend Jahre und der Älteste soll angeblich schon seit 7000 Jahren dort stehen. Den Zedern bekommt das halbtropische Klima auf Yakushima ausgezeichnet. Die konstante Feuchtigkeit treibt das Wachstum der Bäume an. Manche der ältesten Exemplare werden von den Japanern verehrt und tragen spezielle Namen.

Der Älteste heisst Jomon-sugi (Sugi = Zeder), benannt nach der Jomon-Periode (der Jungsteinzeit von Japan). Sein Durchmesser beläuft sich auf mehr als 5 Meter. Er bildet sozusagen das Ziel einer Tageswanderung im Zedernwald. Hin und zurück muss ein Fussmarsch von mindestens zehn Stunden absolviert werden. Die Strapazen lohnen sich. Die Bäume, welche eine ganz besondere Stimmung erzeugen, lassen niemanden kalt.

Mein Trip zum Jomon-sugi

Nachts um drei stehe ich am Strassenrand und warte auf den Bus. Unterwegs bietet sich eine Möglichkeit ein Bento (Lunchbox) zu kaufen. Draussen ist es immer noch dunkel. Der Bus kurvt quer über die Insel und dann in Serpentinen hoch hinauf durch den Nationalpark bis zum Eingangstor des Zedernwaldes. Der Park ist nur am Tag offen und wird beim Eindunkeln wieder geschlossen.

Alle Besucherinnen sind top ausgerüstet und marschieren kurz nach der Ankunft des Busses sofort los. Die Uhr zeigt 5.30 Uhr.

Ich habe Glück mit dem Wetter. Am frühen Morgen ist es zwar noch ziemlich kalt, aber mit der Sonne kommt die Wärme und mit ihr ein bezauberndes Licht. Rehe äsen am Wegesrand, fast ohne Scheu. Viel Zeit zum Schauen, Fotografieren und Geniessen bleibt nicht, der Weg ist noch lang. Auf einer ausrangierten Schmalspurstrecke wandert man stetig leicht hinauf. Nach etwa drei Stunden hört sie plötzlich bei einer Ansammlung alter, niedriger Gebäude, auf. Bis in die 1970er Jahre wurde hier Holzabbau betrieben. Der Weg führt weiter an Moosteppichen vorbei über riesige Wurzelstöcke und Holztreppen. Die Stimmung im uralten Wald ruft Kindheitserinnerungen wach. Das Wasser ist so sauber und klar, ich kann nur meine Hand ausstrecken und aus einem der Rinnsale trinken. Weiter gehts zwischen Torbögen aus Wurzeln hindurch. Wurzeln so dick wie der Stamm einer grossen Eiche. Die Verdrehungen und Kurven vieler Stämme und Äste bilden postmoderne Skulpturen. Grüne Teppiche leuchten im gefilterten Licht, welches durch die Blätter dringt. Nach weiteren zwei Stunden Anstieg, zuletzt auf extrem steilen Holztreppen, erreiche ich den Ältesten. Ich weiss gar nicht wo anfangen mit hochschauen, die Dimensionen ertasten und Fotos machen. Überwältigend.

Etwas weiter unten verzehre ich meinen Lunch. Dann sehe ich bereits die ersten Gruppen wieder den Rückweg antreten. Ich spute mich, denn auf dem Hinweg habe ich ein Kieselbett am Fluss gesehen, an dem ich noch ein wenig ausruhen möchte. Nach 16 Uhr treffe ich wieder am Tor ein. Viele der japanischen Wandergruppen stellen sich zum obligaten Gruppenfoto auf. — Und man merkt: Alle zufrieden, diese nicht ganz leichte aber wundervolle Wanderung, gemeistert zu haben.